ca. 160 Seiten, ca. 120 Abbildungen
Hardcover, Format: 21,0 x 22,5 cm

ISBN: 978-3-947215-28-7
ca. € 25,00 (D) / € 25,70 (A)
lieferbar: Oktober 2018




Walther, Christian

Des Kaisers Nachmieter

Die Nutzung des Berliner Schlosses von 1918 bis zum Abriss

Das Schloss in der historischen Mitte Berlins war seit seinen Ursprüngen im 15. Jahrhundert symbolbeladene Hohenzollernresidenz. Doch damit war am 9. November 1918 Schluss. Kaiser Wilhelm II. dankte ab, am Reichstagsgebäude
rief der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann die Republik aus, woraufhin der Führer des Spartakusbundes Karl Liebknecht von einem Balkon des Schlosses die „freie sozialistische Republik Deutschland“ proklamierte.
Daraus wurde bekanntlich nichts, doch wurde das Schloss nach dem Ende der Monarchie verstaatlicht. Aber was geschah danach, bis der Monumentalbau im Zweiten Weltkrieg von Bomben getroffen wurde und die SED ihn 1950 schließlich sprengen ließ?

Christian Walther zeigt, dass das Schloss zu Zeiten der Weimarer Republik zu einem Zentrum von Wissenschaft und Kultur wurde: Kunstgewerbemuseum, Museum für Leibesübungen, Deutscher Akademischer Austauschdienst, Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft – sie alle hatten ihren Sitz im Schloss. Der Schlüterhof wurde zur Kulisse festlicher Freiluftkonzerte, und das Studentenwerk betrieb in der ehemaligen Schlossküche eine Mensa.

Das Schloss nach der Revolution wurde zum Schloss der Republik – und zum Schloss der Frauen: zumeist Akademikerinnen, die als Wissenschaftlerinnen, Museumsdirektorinnen und Politikerinnen für die zaghaften Anfänge beruflicher Chancengleichheit standen. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten kam die Gleichschaltung, aber auch das Museum der Preußischen Staatstheater. Am Ende propagierte Karl Liebknechts Neffe Kurt 1950 den Abriss – und vieles spricht dafür, dass er dabei gegen seine innerste Überzeugung handelte.



Veranstaltungen

Freitag, 9. November 2018, 15:30 Uhr

Vortrag mit Christian Walther

Ort: Urania, An der Urania 17, 10787 Berlin




 
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