Bösenberg, Jost-Arend
Jost-Arend Bösenberg studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Publizistik in Marburg, Freiburg, Aix-en-Provence und Berlin, promovierte über Lenkungsmechanismen im DDR-Fernsehen und war ab 1981 freier Reporter bei verschiedenen ARD-Anstalten. 1992 wurde er Leiter Aktuelles beim ORB Fernsehen und 2005 Koordinator der aktuellen Information beim rbb Fernsehen. Von 2007 bis 2020 war er Geschäftsführer der DOKfilm Fernsehproduktion GmbH.

Von Pommern nach Potsdam

Ein Leben im Gespräch. Das Interview mit Christoph Singelnstein und Jost-Arend Bösenberg

Manfred Stolpe ist 80 Jahre alt geworden – eine gute Gelegenheit, zurückzublicken und ihn aus seinem bewegten Leben berichten zu lassen. Der rbb-Chefredakteur Christoph Singelnstein und der Filmproduzent Jost-Arend Bösenberg interviewten Manfred Stolpe im Frühjahr 2016 – es entstand ein sensibles Porträt. In großer Offenheit erzählt Stolpe von seiner Kindheit in Pommern und seiner Arbeit als Jurist in der evangelischen Kirche der DDR. Er spricht über sein besonderes Verhältnis zu Regine Hildebrandt, schildert, wie er den politischen Umbruch 1989 erlebt hat, und beschreibt, wie er als Ministerpräsident das neugegründete Land Brandenburg mehr als ein Jahrzehnt lang führte, bis er im Jahre 2002 Bundesverkehrsminister wurde. Basierend auf diesem im Rundfunk Berlin-Brandenburg ausgestrahlten Interview, geht das Buch in seiner Ausführlichkeit über die Dokumentation hinaus und zeigt überdies bislang unveröffentlichte Fotos aus Stolpes Privatarchiv.

14,99 €*
Die Aktuelle Kamera

Nachrichten aus einem versunkenen Land

Von 1952 bis 1989 wurden die täglichen Nachrichten der Aktuellen Kamera im DDR-Fernsehen von der SED zentral kontrolliert und im Laufe der Zeit zum wichtigsten Propagandainstrument. Reporter und Redakteure der Aktuellen Kamera waren eingezwängt in ein System aus Parteiherrschaft und Patronage. Täglich musste der Sendungsablauf in der Agitationsabteilung des ZK der SED eingereicht werden. Neben der Darstellung dieser Herrschafts- und Lenkungsbeziehungen geht es dem Autor um die Frage, inwieweit die Medien der DDR das Herrschaftssystem unwillentlich mit zerstört haben, indem sie die Erstarrung des Regimes täglich auf den Fernsehschirm projizierten. Umso interessanter ist das veränderte Verhalten der Medien in der Umbruchphase 1989. Noch vor dem Fall der Mauer entschuldigten sich die Programm-Macher der Aktuellen Kamera bei den Zuschauern für die irreführende Berichterstattung der zurückliegenden Jahrzehnte.

19,95 €*
Die Aktuelle Kamera (1952-1990)

Lenkungsmechanismen im Fernsehen der DDR

Im Ostteil Deutschlands suchten nach 1945 Funktionäre von Staat und Staatspartei SED über bürokratische Strukturen politische und gesellschaftliche und damit auch die Medien und ihr Publikum zu lenken. Zu einer der wichtigsten Lenkungsinstrumente gehörte 38 Jahre lang die zentrale Nachrichtensendung des Fernsehens: die "Aktuelle Kamera". Deren Entwicklung von 1952 bis Ende November 1989 beschreibt der Autor. Es geht ihm um die vielgestaltigen Verflechtungen dieses zentralen Nachrichtenangebots zwischen Redaktion und anleitenden Instanzen von SED-Politbüro, einschlägigen Abteilungen des Zentralkomitees der Partei und internen Selbstverpflichtungen. Neben einschlägigen Unterlagen im Deutschen Rundfunkarchiv Potsdam-Babelsberg hat der Autor alle erreichbaren Materialien in der Überlieferung des DDR-Staates und seiner führenden Partei im Bundesarchiv Berlin ausgewertet. Wichtige Aufschlüsse über ihr Tun haben einige Macher der "Aktuellen Kamera" in Interviews mit dem Verfasser gegeben, der daraus auch ausführlich zitiert. Die Gespräche sind im Wortlaut auf einer CD diesem Buch beigefügt und vermitteln damit eine außerordentlich aufschlussreiche Quelle.

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