Reininghaus, Moritz
Moritz Reininghaus war Historiker und Literaturwissenschaftler. Nach dem Studium war er freier Mitarbeiter am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam und am Institut für Germanistik/Jüdische Studien der Universität Potsdam; seitdem war er als Publizist und Redakteur tätig.
Am 9. Juli 2025 ist unser guter Freund, Autor, Herausgeber, Berater, Setzer … Moritz Reininghaus von uns gegangen, und mit ihm ein kluger Geist und ein großes Herz. Er war ein Mensch, dem unser Verlag viel zu verdanken hat. Einige unserer wichtigsten Bücher tragen seine Handschrift. Für die Neuausgabe von Franz Hessels „Spazieren in Berlin“ – unseren größten Erfolg – gelang es ihm, mit viel Einfühlungsvermögen Stéphane Hessel, den Sohn des Autors, für ein berührendes Geleitwort zu gewinnen. Seine eigene Einführung zeugt von profunder Kenntnis und großer Wertschätzung für das Werk Hessels.
Im Frühling 2026 haben wir das inzwischen vergriffene Buch als Hommage an Moritz neu herausgebracht.
Im Frühling 2026 haben wir das inzwischen vergriffene Buch als Hommage an Moritz neu herausgebracht.
Neu
Hessel, Franz / Reininghaus, Moritz
Spazieren in Berlin
24,00 €*
»Ein ganz und gar episches Buch, ein Memorieren
im Schlendern, ein Buch, für das Erinnern nicht die
Quelle, sondern die Muse war.«Walter Benjamin in der Literarischen Welt (1929)»Langsam durch belebte Straßen zu gehen, ist ein besonderes
Vergnügen. Man wird überspült von der Eile der andern, es ist
ein Bad in der Brandung.« So beginnt Franz Hessel sein Lehrbuch
der Kunst, in Berlin spazieren zu gehen, wie es 1929 auf
dem Umschlag der Erstausgabe von Spazieren in Berlin heißt.Als aufmerksamer Beobachter schlendert Hessel durch das
lärmende Berlin der 1920er-Jahre, läuft über Plätze, durch
Straßen, Fabriken und Parks, besucht den Osten mit seinen
Hinterhöfen und Markthallen, den Westen mit seinen Nachtcafés
und Amüsiertempeln, macht sich mit Spürsinn in die
stilleren Winkel auf und entdeckt Verborgenes. Im Flanieren
streut er passend zu den Gegenständen seiner Betrachtung Interessantes
aus der Berliner Geschichte ein und umgibt so die
Stadtlandschaft mit einem einzigartigen Zauber.Eingeleitet durch sehr persönliche Worte des Sohnes
Stéphane Hessel, Résistance-Mitglied und später langjähriger
französischer Diplomat, und durch ein Vorwort des Herausgebers
Moritz Reininghaus, folgt der Text von Spazieren
in Berlin der Originalausgabe von 1929. Bernd Witte,
Herausgeber der Hessel-Gesamtausgabe, benennt in seinem
Nachwort den Stellenwert von Spazieren in Berlin als eines
der wichtigsten Werke der modernen Metropolenliteratur.
Schottlaender, Rudolf
Deutschsein fünfmal anders
20,00 €*
Erinnerungen eines Unangepassten
Generationen von DDR-Schülern hatten mit ihm zu tun, als im Deutschunterricht Sophokles’ Antigone in seiner brillanten Neuübersetzung behandelt wurde: Rudolf Schottlaender (1900– 1988). Heute ist der Philosoph, Altphilologe, Übersetzer und Publizist weithin unbekannt – zu Unrecht, wie seine Erinnerungen zeigen: Sie erweisen sich als Kaleidoskop der deutschen Geistesgeschichte im „Zeitalter der Extreme“ (Hobsbawm), in dem Schottlaender eine vermittelnde Position einnahm, mit der er in Ost und West gleichermaßen aneckte.
1921 aus der jüdischen Gemeinde ausgetreten, studierte Schottlaender Philosophie in Heidelberg (bei Jaspers) und in Freiburg im Breisgau (bei Husserl, Heidegger und Hartmann), er hatte Kontakt zum George-Kreis, lernte Günther Stern (später: Günther Anders) kennen und heiratete dessen Schwester. Nach der Promotion in Heidelberg trat er als erster deutscher Proust-Übersetzer in Erscheinung. Nur mit Glück überstand er die NS-Zeit. Nach 1945 unterrichtete er in Berlin. 1947 auf einen Lehrstuhl für Philosophie in Dresden berufen, wurde er bereits zwei Jahre später aus politischen Gründen wieder entlassen. Er kehrte nach West-Berlin zurück, wo er erneut als Lehrer tätig war. Aus Sorge vor einer Verschärfung des Kalten Krieges versuchte er einen Brückenschlag zur DDR und wurde daraufhin suspendiert. Das bewog ihn, 1959 einem Ruf als Professor für römische Literatur an die Ost-Berliner Humboldt-Universität zu folgen.
Die Erinnerungen von Rudolf Schottlaender werden in unserer Neuausgabe u.a. erweitert um einen Text über Schottlaender als Proust-Übersetzer und ein ARD-Interview aus dem Jahr 1979, das Schottlaenders Resistenz gegenüber politischer Vereinnahmung zeigt und das dazu führte, dass er bis zu seinem Tod 1988 von der Staatssicherheit überwacht wurde.
Hessel, Franz
Spazieren in Berlin
19,95 €*
Dieser Titel ist in neuer Ausgabe erhältlich (ISBN 978-3-96982-118-3).„Langsam durch belebte Straßen zu gehen, ist ein besonderes Vergnügen. Man wird überspült von der Eile der andern, es ist ein Bad in der Brandung.“ So beginnt Franz Hessel sein „Lehrbuch der Kunst, in Berlin spazieren zu gehen“, wie es 1929 auf dem Schutzumschlag der Erstausgabe von Spazieren in Berlin heißt.Als aufmerksamer Beobachter schlendert Hessel durch das lärmende Berlin der 1920er-Jahre, läuft über Plätze, durch Straßen, Fabriken und Parks, besucht den Osten mit seinen Hinterhöfen und Markthallen, den Westen mit seinen Nachtcafés und Amüsiertempeln, macht sich mit Spürsinn in die stilleren Winkel auf undentdeckt auch abseits Gelegenes. Im Flanieren streut er passend zu den Gegenständen seiner Betrachtung Interessantes aus der Geschichte Berlins ein und umgibt so die Berliner Stadtlandschaft mit einem einzigartigen Zauber.Eingeleitet durch sehr persönliche Worte des Sohnes Stéphane Hessel, Résistance-Mitglied und später langjähriger französischer Diplomat, und durch ein editorisches Vorwort des Herausgebers Moritz Reininghaus, folgt der Text von Spazieren in Berlin der Originalausgabe von 1929. Der Germanist Prof. Dr. Bernd Witte, Herausgeber der Hessel-Gesamtausgabe, setzt in seinem Nachwort das Buch in Beziehung zu Hessels Gesamtwerk und benennt den Stellenwert von Spazieren in Berlin als eines der wichtigsten Werke der modernen Metropolenliteratur.