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Ein „österreichischer Schriftsteller“ im Brandenburgischen

Franz Fühmann in Märkisch Buchholz

Frankfurter Buntbücher 70

Ein Vierteljahrhundert lebte Franz Fühmann (1922–1984) in Märkisch Buchholz. Dort entstand ein Großteil seines Werkes: Kinderbücher, Gedichte, Essays, Erzählungen und Briefe. Warm geworden ist er mit der märkischen Landschaft nicht, ein Gefühl der Fremdheit blieb dem im Sudetenland Aufgewachsenen, wie er bereits 1968 anlässlich eines (unabgeschlossenen) Buchprojektes bekundete: „Die Reisen nach Preußens Schoß haben mir deutlich gemacht, was ich eigentlich bin: ein österreichischer Schriftsteller in einem Land, dem dankbar zu sein ich genaue historisch-politische Gründe habe. Aber dadurch werde ich nun einmal nicht zu einem Eingesessenen.“ In einem ein Jahr vor seinem Tod veröffentlichten Interview meinte er, dass „Heimkehr […] letzten Endes das Grundthema dessen“ sei, was er schreibe. Paul Alfred Kleinert begibt sich zu Fühmanns 100. Geburtstag auf Spurensuche zu dessen märkischem Domizil.

8,00 €*
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Architekt – Autor – Avantgardist

Bruno Taut in Dahlewitz

Frankfurter Buntbücher 69

Bruno Taut (1880–1938) zählt zu den bedeutendsten deutschen Architekten. Seine Siedlungsbauten, von denen vier auf der UNESCO-Welterbeliste verzeichnet sind, prägten zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Gesicht des modernen Berlin. Aus Tauts Oeuvre sticht sein Wohnhaus im brandenburgischen Dahlewitz hervor, das 1926 erbaut wurde und heute kaum bekannt ist. In dem einzigartigen Gebäude setzte er exemplarisch seine Vorstellungen vom Wohnen und Leben in der Zukunft um. Weniger bekannt ist, dass Taut auch viel und gern schrieb. Seine teilweise utopischen Schriften reichen thematisch weit über sein Arbeitsgebiet hinaus. Sie spiegeln die Hoffnungen und Reformgedanken der Zeit und zeugen von einem außergewöhnlichen Architektenleben.

8,00 €*
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Unserer innigst geliebten Tochter

Kinderbildnisse in märkischen Kirchen

Kinderbildnisse hatten und haben in Kirchen unterschiedliche Funktionen: So sind beispielsweise Taufengel in zeremonielle Handlungen eingebunden, auf Epitaphien wird an allzu früh verstorbene Familienmitglieder erinnert und auf großformatigen Gemälden versinnbildlichen Kinderporträts den gesellschaftlichen Status der örtlichen Patronatsfamilien. Alle Darstellungen haben jedoch eines gemeinsam: Sie berühren die Betrachter auf eine ganz besondere Weise. Die Autorinnen und Autoren dieses Buches haben Bildnisse aus brandenburgischen Dorfkirchen in den Blick genommen. Neben bekannten Namen und Schicksalen stehen „namenlose“ Porträts, und so verhält es sich auch mit den Urhebern der Kunstwerke. Neben Werken renommierter Künstler gibt es viele – nicht weniger meisterliche – Arbeiten unbekannter Maler und Bildhauer. Der Band erscheint im 25. Jahr des Bestehens der von Herausgeberin Antje Leschonski mitgegründeten Initiative „Dorfkirchensommer in Brandenburg“, die alljährlich mit einem reichhaltigen Kulturprogramm aus Konzerten, Autorenlesungen, Ausstellungen und Festgottesdiensten landauf, landab Menschen in die Dorfkirchen Brandenburgs lockt.

12,00 €*
Tipp
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Arbeitswelten und Lebensräume

Brandenburger Industrielandschaften 1992–2021

Lorenz Kienzle hat über einen Zeitraum von dreißig Jahren den Wandel von Brandenburger Landschaften und Arbeitswelten mit seiner Plattenkamera aufgezeichnet. Einer Langzeitdokumentation über das Dorf Horno und dessen Bewohner, die 2004 dem Braunkohletagebau weichen mussten, stehen Bilder aus den Tagebauen Jänschwalde und Welzow sowie aus dem Kraftwerk Schwarze Pumpe gegenüber. Ein weiterer Fokus liegt auf der langwierigen Rekultivierung von Tagebauflächen zu Freizeitlandschaften. 1999 begleitete der Fotograf über mehrere Monate die letzten Hutmacher bei Ihrer Arbeit in den Gubener Hutwerken – bis zu deren Arbeitslosigkeit. Wie Industrie und Arbeitswelten musealisiert werden, wird anhand des Industriemuseums Brandenburg, des Brandenburger Textilmuseums in Forst und der Brikettfabrik Louise gezeigt. Dem stehen aktuelle Aufnahmen aus dem Arbeitsalltag in der Spinnerei Forst und im Zahnradwerk Pritzwalk gegenüber. Anlässlich des Themenjahres von Kulturland Brandenburg 2021 „Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Bewegung“ entstand eine Wanderausstellung, die den Wandel, aber auch Beständiges in einer vom Menschen überaus stark geprägten Landschaften zeigt, u. a. in der Museumsfabrik Pritzwalk (4. Juli 2021–2. Januar 2022).Ebenfalls bei vbb erschienen: Brandenburger Notizen. Fontane - Krüger - Kienzle, 2019

25,00 €*
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Das romantische Berlin

Literarische Schauplätze

Eine junge Generation stellte um 1800 in Berlin alle überkommenen Traditionen infrage. „Die Welt muss romantisiert werden“, lautete die Parole der radikalen Avantgarde. Die junge Großstadt wurde zum Experimentallabor für eine neue Poesie und eine Vermischung von Kunst und Leben, für entfesselte Sexualität und die Befreiung aus einer zu engen Vernunft. Männer- und Frauenrollen kamen auf den Prüfstand und wurden neu ausbalanciert. Im sechsten Band der Buchreihe Literarische Schauplätze wandert ein Stadtführer mit Siebenmeilenstiefeln durch das heutige Berlin. Er sucht nach sichtbaren Spuren der Romantik und fragt: Was hat es mit dem Kleisthaus und der Eichendorffgasse, mit dem Dorothea-Schlegel-Platz oder dem Humboldt Forum auf sich? Wo waren die Treffpunkte romantischer Netzwerke? Welche Orte inspirierten vor 200 Jahren zu verträumten oder frechen Texten über Berlin? Auf dem romantisierenden Streifzug kommen viele Stimmen zu Wort: Bettine von Arnim und Rahel Varnhagen, Goethe und Schiller, Heine und Tieck, Kleist und Eichendorff, auch Durchreisende wie Napoleon, Stendhal und Germaine de Staël.

25,00 €*
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Atlas des Zisterzienserstifts Neuzelle

General-Plan Neu-Zellischen Stiffts-Territorii in verschiedenen Abteilungen, oder Grund Risse sämtlicher unter das Fürstl. Freye Stifft und Closter NeuZelle gehöriger Vorwerker und DorfschaftenIm Jahr 1268 von Heinrich III., Markgraf von Meißen, gestiftet, erfuhr die spätgotische Anlage des an der Oder gelegenen Zisterzienserklosters Neuzelle ab 1650 eine prachtvolle barocke Umgestaltung nach böhmischem Vorbild. Es ist heute eine der wenigen noch vollständig erhaltenen Klosteranlagen Europas. Anlässlich des 750. Jubiläums des Klosters Neuzelle wurde das in der Kartenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz vorhandene originale Exemplar des Stiftsatlasses reproduziert. Der Atlas enthält ein kartografisches Meisterwerk aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, welches von großer regionaler und kulturhistorischer Bedeutung ist: Neben Übersichtskarten von Böhmen, Mähren und der Lausitz zeigt er Klosteransichten, einen Generalplan des Stifts sowie Flurkarten aller Stiftsdörfer und stellt so ein hervorragendes Quellenwerk für die Landeskunde des 18. Jahrhunderts dar. Die erste, primär als Ausstellungsbegleitband intendierte Auflage der Neuausgabe war 2018 innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Daher haben sich die Stiftung Stift Neuzelle und der Verlag zu einer zweiten Auflage entschlossen, die nun erstmals auch im Buchhandel angeboten wird.

30,00 €*
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"… als geborener Märker und Kind vom Lande"

Richard Dehmel, Kremmen und die Mark

Frankfurter Buntbücher 64

August Strindberg nannte ihn einmal bewundernd einen „wilden Mann“. Frank Wedekind schickte 1913 zum 50. Geburtstag „dem größten lebenden deutschen Dichter“ die herzlichsten Glückwünsche. 2020, zum hundertsten Todestag desselben Richard Dehmel, findet sich in den deutschen Feuilletons kaum mehr eine Zeile der Erinnerung. Von den schon 1909 in zehn Bänden vorliegenden Gesammelten Werken ist wenig geblieben. Lange hatten Dehmels Gedichte zum Kanon der deutschen Lesebücher gehört, heute sind auch die bekanntesten daraus verschwunden. Wenn allerdings Musik der Avantgarde vom Anfang des 20. Jahrhunderts erklingt, Werke von Arnold Schönberg, Anton Webern oder Richard Strauss, sind nicht selten auch Verse Richard Dehmels zu hören. Verklärte Nacht, Schönbergs berühmtes Streichsextett Op. 4, ist von Dehmels gleichnamigen Gedicht inspiriert. Die Verse aus dessen epischer Dichtung Zwei Menschen stehen der Partitur voran. Richard Dehmel hat einer ganzen Generation das Feld der Moderne eröffnet. Thomas Mann schickte ihm seine erste Novelle zur Kritik. Schließlich ist Dehmels Werk buchstäblich von den jungen Bewunderern überschrieben worden. Der 1863 in dem kleinen märkischen Dorf Hermsdorf (Münchehofe) geborene Richard Dehmel, wuchs in Kremmen auf, besuchte in Berlin das Gymnasium, machte in Danzig Abitur, promovierte nach einem Studium der Ökonomie in Leipzig, arbeitete, bis er als freier Schriftsteller leben konnte, als Angestellter in der Versicherungswirtschaft. Er war zweimal verheiratet, häufig unglücklich verliebt, Vater dreier Kinder. Schon vor dem Ersten Weltkrieg hat er Berlin verlassen, und zog, nun ein berühmter Mann, mit seiner zweiten Frau Ida Dehmel nach Hamburg. Sein Haus in Blankenese, einst von reichen Gönnern dem Dichter geschenkt, kann nach seiner Restaurierung als „Gesamtkunstwerk“ von Richard und Ida Dehmels Hand besichtigt werden. Die Mark, das Forsthaus in Kremmen, in dem Richard Dehmel aufwuchs, haben reiche Spuren in seinem Werk hinterlassen. Sie freizulegen ist Ziel dieser biografischen Skizze, die erstmals quellenkritisch von Dehmels Jugend in der Mark, seinen literarischen Anfängen und der Bohème der 1890er Jahre in Berlin erzählt.

8,00 €*
Tipp
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Im Herzen immer ein Berliner

Jüdische Emigranten im Dialog mit ihrer Heimatstadt

Theodor W. Adorno vermutete 1952 in einem Brief an Gershom Scholem, dass Walter Benjamins Berliner Kindheit um 1900 in Deutschland nicht genügend rezipiert werde, „wegen des Traumatischen, das hierzulande sich geltend macht, sobald der Name Berlin fällt“. Joachim Schlör geht der Frage nach, was es mit dem „Traumatischen“ auf sich hat und was sich noch „geltend macht, sobald der Name Berlin fällt“. Im Mittelpunkt stehen ehemalige Berlinerinnen und Berliner, die sich in Briefen und Berichten, in Erinnerungen und aktuellen Bekundungen mit dieser Stadt auseinandersetzen. Den Kern bildet eine Korrespondenz, die zwischen 1991 und 1995 zwischen den Autoren des Gedenkbuchs für die ermordeten Juden Berlins und über die ganze Erde verteilten Berliner Emigrantinnen und Emigranten sowie deren Nachkommen geführt wurde. Es geht dabei um die Berlin-Gefühle derer, die (oft als Kinder, mit oder ohne ihre Eltern) die Stadt nach 1933 verlassen mussten und die aus unterschiedlichen Gründen wieder mit ihr in Verbindung gekommen sind. All diese Briefe enthalten Emotionen: Zorn, Enttäuschung, Trauer, aber auch echte Zuneigung und großes Interesse an ihrer früheren Heimatstadt. Die Texte sind eingerahmt von Anmerkungen zur Geschichte der berlinisch-jüdischen Beziehung, zum Bruch 1933 und zum Weiterleben des spezifisch „Berlinischen“ im Exil oder in der jeweiligen neuen Heimat.

28,00 €*
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Zwischen Ambition und Rebellion

Karrieren Berliner Kochbuchautorinnen

Birgit Jochens macht mit Kochbuchautorinnen bekannt, die großenteils aus dem Blick geraten sind. Darüber hinaus entlockt sie den Kochbüchern ihrer Protagonistinnen, was diese über die Ernährungsgewohnheiten der jeweiligen Zeit verraten und garniert dies mit zeittypischen Rezepten. Mit kleinen Exkursen werden technische, wirtschaftliche und soziale Voraussetzungen beschrieben, die den Rezeptsammlungen zugrunde liegen: Wie wurde in einer „Schwarzen Küche“ gekocht? Wo konnte man in Alt-Berlin Lebensmittel kaufen? Welche Kinderkost hielt man für geeignet?Jede der zehn Berlinerinnen, die vorgestellt werden, hatte ihre eigenen Motive für das Schreiben eines Kochbuchs, darunter Lina Morgenstern, um 1870 international bekannt als Gründerin von Volksküchen, Hedwig Heyl, eine Fabrikbesitzerin und Protagonistin der Frauenbewegung, und Ottilie Palfy, Inhaberin einer privaten „Irren-Anstalt“. Betrachtet werden auch Vertreterinnen aus den Anfängen weiblicher Kochbuch-Produktion, wie die Verlegerin Friederike Helene Unger und Sophie Wilhelmine Scheibler. Vorgestellt wird zudem Lilo Aureden, eine Bestseller-Autorin der 1950er-Jahre, und Ursula Winnington, die mit exotisch-erotischer Koch-Literatur die DDR-Küche aufmischte und seit der deutschen Wiedervereinigung auch den Westen verführt. Die porträtierten Frauen waren alle Pionierinnen in ihrem Metier und suchten sich zu profilieren, oft in der Auseinandersetzung mit tradierten Rollenbildern. Manchmal ist die Karriere abrupt gestoppt worden, etwa die von Ruth von Schüching, eine der produktivsten Drehbuchschreiberinnen des Stummfilms, die nach 1933 ihrer jüdischen Herkunft wegen zu emigrieren gezwungen war. 

25,00 €*
Tipp
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Des Kaisers Nachmieter

Das Berliner Schloss zwischen Revolution und Abriss

Hohenzollernresidenz war das Berliner Schloss nur bis zur Revolution im November 1918. Karl Liebknecht erklärte es zu Volkseigentum, Preußen verstaatlichte es: Es war nun das Schloss der Republik. Die Zofen zogen aus, Kultur und Wissenschaft zogen ein. Und mit ihnen tauchte ein neuer Typus Frau auf: meist Akademikerinnen der ersten Generation, oft jüdisch, nicht selten aus dem Ausland. Christian Walther wirft einen völlig neuen Blick auf Leben und Treiben im Schloss und zeigt, dass es zu Zeiten der Weimarer Republik zu einem Zentrum von Wissenschaft und Kultur wurde: Kunstgewerbemuseum, Museum für Leibesübungen, Deutscher Akademischer Austauschdienst, Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft – sie alle hatten ihren Sitz im Schloss. Der Schlüterhof wurde zur Kulisse festlicher Freiluftkonzerte, die Schlossküche zur Mensa. In den ehemaligen Silberkammern organisierte die Deutsche Kunstgemeinschaft, unterstützt von Max Beckmann und Käthe Kollwitz, Verkaufsausstellungen für den kleineren Geldbeutel. Am Ende, in der noch jungen DDR, propagierte Karl Liebknechts Neffe Kurt 1950 den Abriss des schwer kriegsbeschädigten, aber bei weitem nicht irreparabel zerstörten Schlosses – doch vieles spricht dafür, dass er dabei gegen seine innerste Überzeugung handelte. Im Mittelpunkt des Buches aber stehen neun Frauen – von der Physikerin Lise Meitner und der Reichstagsabgeordneten Marie Elisabeth Lüders bis zur Schlösserdirektorin Margarete Kühn und der Fotografin Eva Kemlein –, bekanntere und weniger bekannte, deren Lebenswege dieses Schloss kreuzten und den fundamentalen Wandel seiner Funktion illustrieren.

25,00 €*
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/ / Hier ist herrlich arbeiten

Begegnungen mit Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus Brandenburg

Dieses Buch ist ein Geschenk: Am 21. März 2021, dreißig Jahre nach seiner Gründung, feiert der Landesverband Brandenburg des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di Geburtstag. Wie anders als mit einem Buch könnten die AutorInnen sich selbst und ihre LeserInnen beschenken? In knappen Texten erinnern sich die Mitglieder des VS an die letzten dreißig Jahre, an KollegInnen und Vorbilder. Sie haben Lyrik und Prosa zum Thema Zeit aus den Schubladen geholt oder eigens für diesen Band zu Papier gebracht. Ihr Handwerkszeug, die Sprache, steht im Mittelpunkt mancher Texte, und es geht um die großen Themen: Liebe und Tod. Wie in einem Mosaik entsteht aus den ganz unterschiedlichen Texten ein Bild, das in einer Momentaufnahme die Vielfalt der Stimmen der VS-AutorInnen lesbar macht. Nachdenklich und ironisch, humorvoll und ernst ist ihr Blick auf die Welt. Mit Werken von Brandenburger Künstlerinnen und Künstlern illustriert, entsteht ein Buch, das verführen soll, die Schriftstellerinnen und Schriftsteller Brandenburgs kennenzulernen.

18,00 €*
Der Spaziergänger von Rathenow

Joachim Christian Blum (1739–1790)

Frankfurter Buntbücher 68

Der Rathenower Lyriker und Dramatiker Joachim Christian Blum (1739–1790) gehört zu den nahezu vergessenen Autoren der Mark Brandenburg. Mit seinen Gedichten, in denen neben geistlichen und moralischen Themen anakreontische Motive dominieren, blieb Blum dem Rokoko verhaftet. Doch mit den Spatziergängen (1774) und den Reden (1777) trat er als Vertreter der Aufklärung in Brandenburg-Preußen in Erscheinung. Sein Schauspiel Das befreyte Ratenau (1775) erlebte zahlreiche Aufführungen in Berlin.

8,00 €*
Berlin (West) – eine unwirtliche Stadt?

Stadtautobahnen und Großsiedlungen in der Kritik (1954–1982)

Fällt der Blick auf die Stadt- und Verkehrsplanung der 1950er- und 1960er-Jahre, so wird offenkundig, dass viele städtebauliche Leitlinien, die damals als modern und fortschrittlich galten, heute als überholt und bewohnerfeindlich angesehen werden. Die Stadt- und Verkehrsplaner sahen sich dem mit dem „Wirtschaftswunder“ einsetzenden und ständig ansteigenden Motorisierungstrend verpflichtet. Vorherrschend war mehrheitlich die Vision von der perfekt durchgeplanten, autogerechten Stadt und eine Wohnungsbaupolitik, die den Abriss innerstädtischer Altbauten und die Schaffung von Großsiedlungen des sozialen Wohnungsbaus am Stadtrand forcierte – bis Proteste von Bürgerinitiativen und Kritik von Kultur- und Sozialwissenschaftlern dazu führten, dass Politik und Verwaltung in den 1970er- und 1980er-Jahren von ihren städtebaulichen Rahmenvorgaben Abstand nahmen. Andreas Jüttemann geht der Frage nach, welche Veränderungen die stadt- und verkehrsplanerischen Leitbilder in Westberlin erfuhren, welchen Einfluss Kulturkritiker und Bürgerinitiativen auf die Bewusstseinsänderung und die öffentliche Meinungsbildung ausübten und was im Laufe der 1970er-Jahre zur Abkehr von den zweifelhaft gewordenen Planungsidealen führte.

20,00 €*
Der Dom zu Brandenburg an der Havel

Der Dom St. Peter und Paul steht dort, wo Brandenburgs Weg in die Geschichte begann. Hier befand sich die „Brandenburg“, der der Dom, die Stadt, die Mark und das heutige Bundesland ihren Namen verdanken. Mit seinen mehr als 850 Jahren zählt der Dom zu den frühesten monumentalen Bauten der nordeuropäischen Backsteingotik. Über Jahrhunderte hinweg waren die Markgrafen von Brandenburg, später die Könige von Preußen dem Dom auf das Engste verbunden und ließen ihn immer wieder entsprechend den Bedürfnissen der jeweiligen Zeit umbauen. Seit der im Sommer 2014 abgeschlossenen Sanierung erstrahlt das Wahrzeichen der Stadt Brandenburg in einer seit Jahrzehnten nicht mehr gesehenen Schönheit. Die Texte zur Geschichte des Doms und seiner Kunstwerke werden begleitet von zahlreichen Fotografien, die das Wechselspiel von Licht und Schatten einfangen, das dem Dom zu Brandenburg an der Havel eine besondere Atmosphäre verleiht.

25,00 €*
„Herzhaft in die Dornen der Zeit greifen … “

Bettine von Arnim in Berlin (1811–1859)

Frankfurter Buntbücher 67

Zwar ist Bettine Brentano (1775–1859), verheiratete von Arnim, nicht in Berlin geboren – eine Berlinerin ist sie dennoch. Sie hat in dieser Stadt, in der sie fast ein halbes Jahrhundert lebte, Spuren hinterlassen. Bettine lebte ganz in ihrer Zeit und doch schon eine Epoche voraus. Deshalb ist ihr Lebensentwurf, deshalb sind ihre Schriften auch heute noch zeitgemäß. Ihr Berlin war die preußische Hauptstadt in den Jahren der Restauration, der konservativen Neuordnung Europas nach der Revolution in Frankreich. Bettines Orte in Berlin – ihre Wohnungen, die sie häufig wechselte, lagen in der alten Mitte, in der Friedrichstadt und im Tiergarten. Es waren Räume diskussionsfreudiger Geselligkeit, zu der Intellektuelle und Kunstschaffende, Staatsdiener und Oppositionelle gleichermaßen Zutritt hatten

8,00 €*
Das kunstseidene Berlin

Irmgard Keuns literarische Schauplätze

Mit Romanen über junge, selbstbewusste Frauen, die in der Gesellschaft der Weimarer Republik ihren Weg suchen, machte Irmgard Keun im Berlin der Weltwirtschaftskrise Furore. Die Nationalsozialisten verboten ihre Bücher und vertrieben sie ins Exil. Heute zählt Das kunstseidene Mädchen zu den Klassikern der Berlin-Literatur. Mit großem Sprachwitz schildert der Roman die Odyssee der minderjährigen Doris durch Bars und Betten, Mietskasernen und Luxuswohnungen, Kinos und Bahnhofswartesäle. Das kunstseidene Berlin stellt erstmals alle Schauplätze mit Fotos, Adressen und Dokumenten vor. In den Blick kommen auch die Kindheitsorte Irmgard Keuns, die in Charlottenburg geboren wurde und in Wilmersdorf zur Schule ging, ehe die Familie nach Köln umzog. Erzählt wird, wie Keun 1931 in Berlin einen Verlag fand, wie sie sich 1933 in einen „nichtarischen“ Charité-Arzt verliebte und versuchte, als unerwünschte Autorin im nationalsozialistischen Deutschland zu überleben. Unbekannte Briefe und Dokumente aus Archiven beleuchten ihre damalige Schreibsituation und ihre Kontakte nach Ost-Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Entdeckungsreise auf den Spuren einer herausragenden Autorin der Moderne streift das Berlin der Kaiserzeit, der Weimarer Republik, der NS-Zeit, der frühen DDR-Jahre – und verliert die Gegenwart nie aus dem Blick. DER FILM ZUM BUCH Das kunstseidene Berlin - Making Of Mit der Kamera begleitet Leon Buchholz den Autor Michael Bienert in den letzten Tagen vor der Drucklegung seines neuen Buches Das kunstseidene Berlin. Der Buchgestalter Ralph Gabriel und der Verleger André Förster sprechen über das Besondere der Buchreihe Literarische Schauplätze, in der bereits Bücher über Erich Kästner, Bertolt Brecht, Alfred Döblin und E. T. A. Hoffmann erschienen sind. 

25,00 €*
/ / Das Berliner Schloss

Geschichten aus fünf Jahrhunderten

Herausgegeben von Felix Müller

Ein Fluss, eine Insel, ein Damm mit Mühlen, ein Markt, ein Kloster. Das reichte den Brandenburger Markgrafen, um genau hier ihre Residenz zu errichten. Sumpf und Sand waren kein Hindernis, die Bürger Berlins und Cöllns aber anfangs wenig erfreut. Vor 577 Jahren wurde der erste Stein vom „newen Sloß zu Cöln“ an der Spree gelegt. Selbstbewusst nannten es die Bauherren „Schloss“, obwohl es zunächst nicht viel mehr als eine befestigte Burg war. Doch dabei blieb es nicht. Aus der Burg wurde ein Renaissanceschloss, das bald, um neue Flügel und Höfe erweitert, von Schlüter zum berühmten Barockbau umgebaut wurde. Im Norden entstand ein Lustgarten, im Süden ein Platz für Feste und Spiele. Und eine Prachtstraße erweiterte den Schlossbezirk nach Westen. Seit mehr als 500 Jahren wird diskutiert, ob das Schloss zur Stadt gehört oder die Stadt zum Schloss. In dem Maße, in dem Berlin wuchs, sich veränderte und ständig neu erfand, wandelte sich auch das Schloss mitsamt seinen Bewohnern. Ein König zog ein, ein Kaiser zog aus. Vom Balkon aus konnte man Revolutionären winken und Bauarbeiter dabei beobachten, wie sie Schinkels Altes Museum errichteten. Durch die Portale fuhren Pferdegespanne. Auswärtige Besucher lösten ein Ticket beim Kastellan, um die Bibliothek und die Kunstkammern zu besichtigen. Und die Berliner holten sich bei einer der vielen Behörden Gewerbegenehmigungen, lauschten einem Konzert der Hofkapelle oder waren gar zu einem Hofball geladen. Das Berliner Schloss wurde umgebaut und erweitert, verschmäht und geschmückt, abgerissen und wiederaufgebaut – während sich in seinem Innern und vor seinen Türen zu allen Zeiten menschliche Dramen abspielten. Das Buch stützt sich auf die Zeugnisse der Zeitgenossen und auf die Urteile der Nachgeborenen. Es lässt fünf Jahrhunderte Schritt für Schritt Revue passieren und macht mit vielen Fundstücken und Kuriositäten die preußische Vergangenheit wie auch die Berliner Stadtgeschichte lebendig.

19,90 €*
Mephistos Landhaus

Klabund (1926) und Gründgens (1934-46) in Zeesen

Frankfurter Buntbücher 46

Für Band 46 der Reihe Frankfurter Buntbücher hat Klaus Völker den Titel Mephistos Landhaus gewählt, weil hier von 1934 bis 1946 Gustaf Gründgens residierte, der von Hermann Göring berufene Leiter des Preußischen Staatstheaters in Berlin. Seine erfolgreichste Rolle war damals die des "Mephisto" in beiden Teilen von Goethes Faust. Hausherrin war zunächst die 1935 verstorbene Mutter von Gründgens. Ihr folgte Marianne Hoppe, die Gründgens in seinem Film Capriolen in einem von ihr in einen Misthaufen gesteuerten Flugzeug ihr Jawort gegeben hatte. Zur Hochzeit schenkte ihr Gründgens die Rolle der "Effi Briest" in dem nach Fontanes Roman geplanten Film, den er dann teilweise auch auf seinem Landsitz drehte. Die Einwohner von Zeesen bezeichneten das 1690 von Danckelmann erbaute barocke Herrenhaus, das später in königlich preußischen Besitz überging, als Schloss. Um 1900 erwarb der Bankier Gutmann das ländliche Idyll, der nach Umbauten den Berliner Finanzadel und Wirtschaftsbosse zu rauschenden Festen in lauen Sommernächten in die Schlossvilla am Zeesener See lud. 1925 wurde der jüdische Bankier Ernst Goldschmidt Besitzer des Anwesens, ein Theaternarr und Freund der Künste. Seine ersten Gäste waren die Schauspielerin Carola Neher und der Dichter Klabund, der zum Dank an die hier 1926 verbrachten Sommerwochen dem Hausherrn eine „Ode an Zeesen“ überreichte. Staatsrat Gründgens wurde 1945 verhaftet, durfte aber bald wieder am Deutschen Theater spielen und inszenieren. In seinem Spruchkammerverfahren kam der „günstige“ Kauf des Landguts zur Sprache, ein Urteilsspruch wurde nicht gefällt, denn Gründgens verließ Berlin und wurde Intendant in Düsseldorf. Bis zum Ende der DDR gab es die verschiedensten Nutzer der Gebäude und des Parkgrundstücks. 1998 wurde der Streit um die Rückgabeansprüche der Erben Goldschmidts und des Adoptivsohns von Gründgens zugunsten der ersteren entschieden. Alle Versuche, das Landgut zu sanieren, scheiterten. Nun gibt es einen Lichtblick. Der derzeitige Besitzer hat in Absprache mit den örtlichen Behörden ein Sanierungsprojekt entwickelt. Der Park ist in seiner Schönheit wiederzuerkennen. Hoffentlich wird in letzter Minute auch die Rettung des zentralen Gutshauses gelingen. Klaus Völker und der Buchgestalter und Fotograf Günter Karl Bose legen nun eine erheblich erweiterte und mit vielen neuen Fotos bebilderte Ausgabe von Mephistos Landhaus vor.

8,00 €*
Stephan Hermlin in Berlin-Niederschönhausen

(1947–1997)

Frankfurter Buntbücher 66

Stephan Hermlin, 1915 in Chemnitz als Rudolf Leder geboren und 1997 verstorben, war einer der bedeutendsten und zugleich widersprüchlichsten Schriftsteller in der DDR. Kritisch bezugnehmend auf die durch Karl Corino 1996 entfachte Legenden-Debatte, skizziert Klaus Völker zunächst Lebensstationen Hermlins bis in die Nachkriegszeit, bevor er sich ausführlicher dessen Leben, Schreiben und Wirken in Ost-Berlin widmet. Völker lernte Hermlin 1959 kennen und war oft Gast in dessen Haus in Niederschönhausen. Aus Erinnerungen, Korrespondenzen, Gesprächen mit Mitgliedern der Familie sowie Texten von und über Hermlin entsteht ein Porträt, das Widersprüche nicht glättet und Dichtung und Wahrheit nicht als Gegensätze betrachtet.

8,00 €*
Franz Freiherr Gaudy 1827 auf der Festung Silberberg (Schlesien)

Frankfurter Buntbücher 65

Das Schicksal des Dichters Franz von Gaudy (1800–1840) weist Parallelen zu Heinrich von Kleist auf: 1800 in Frankfurt an der Oder geboren, führte der Weg des Sohnes eines preußischen Offiziers zum ungeliebten Militär – und zur Literatur. Gaudy schrieb sowohl Prosa als auch Gedichte, Balladen und Romanzen. Zu seiner Zeit im literarischen Deutschland geachtet und viel gelesen, ist er heute weitgehend vergessen, obwohl Spuren seiner Rezeption bis zu Arno Schmidt reichen. Franz von Gaudy ließ sich immer wieder auf Duelle ein; eines führte 1827 zu einer viermonatigen Haft auf der schlesischen Festung Silberberg (Twierdza Srebrnogórska). Doris Fouquet-Plümacher folgt den Spuren Gaudys von Frankfurt über Potsdam und die Neumark bis auf den Silberberg.

8,00 €*
/ Zisterzienser auf Papier und Pergament

Handschriften aus dem Zisterzienserkloster Neuzelle in der Staatsbibliothek zu Berlin

Von der Grundausstattung der Bibliothek des 1268 gegründeten Zisterzienserklosters Neuzelle ist nichts mehr vorhanden. Die intensiv verwendeten liturgischen Handschriften wurden nach und nach durch neue Handschriften ersetzt. Kriegsbedingte Verluste konnten immer wieder ausgeglichen werden, doch wurde nach der Aufhebung des Klosters 1817 die vermutlich mehrere tausend Bände umfassende Bibliothek des Klosters aufgelöst. Handschriften und gedruckte Bücher gelangten über unterschiedliche Wege in staatliche Einrichtungen und wohl auch in Privatbesitz. Heute sind in den Universitätsbibliotheken Düsseldorf, Halle (Saale) und Leipzig, in der Staatsbibliothek zu Berlin und in der Bodleian Library in Oxford noch etwa 22 mittelalterliche und frühneuzeitliche Handschriften vorhanden. Die sieben Handschriften aus Neuzelle, die in der Staatsbibliothek zu Berlin aufbewahrt werden, werden anlässlich der Ausstellung dieser Handschriften in Neuzelle im Februar 2020 erstmals in diesem Begleitband beschrieben. Ihr Inhalt spiegelt die theologischen und literarischen Interessen der Zisterziensermönche wider.

18,00 €*
von land und leuten

kursbuch Oder-Spree 2020

Der seit 1906 - mit Unterbrechungen - jährlich in der Region Oder-Spree erscheinende Kreiskalender präsentiert sich in neuem Gewand: Zuletzt vor allem eine Plattform für Lokalhistoriker, die sich dort speziellen Themenfeldern widmeten, nimmt er jetzt - in moderner Optik - verstärkt auch Sozialgeschichte und Alltagskultur in den Blick. Aus dem jährlichen Kompendium, das weit zurückreichende Geschichte aufbereitet hat, ist das „Kursbuch Oder-Spree“ geworden, das, parallel zur laufenden Neukonzeption des Regionalmuseums auf der Burg Beeskow, vom Heute aus sowohl ins Gestern als auch in die Zukunft blicken will. In seiner ersten Ausgabe erzählen 19 spannende, von Andreas Batke fotografisch sensibel in Szene gesetzte Geschichten „Von Land und Leuten“: Von der Familie Polomka zum Beispiel, die in Brieskow-Finkenheerd in dritter Generation in der Ende der 1920er-Jahre entstandenen Bergmannsiedlung „Glück auf“ wohnt, und von dem Kubaner Osmel Brooks Morejón, für den 1999 in Eisenhüttenstadt sein Leben in Deutschland begonnen hat. Warum die traditionsreiche Kantine des Beeskower Spanplattenwerkes bis heute ein gefragter Ort für den Mittagstisch geblieben ist, davon wiederum kann Gerhard Kusay berichten, und Jörn Müller, der Leiter der Feuerwehr Fürstenwalde, weiß, warum die den Landkreis durchschneidende A12 seit Jahren als Todespiste gilt.

10,00 €*
/ Rathenow

Wiege der optischen Industrie

Die Rathenower Stadtgeschichte ist seit über 200 Jahren eng mit einem noch heute prosperierenden Industriezweig verbunden: der Optik. Begonnen hat alles mit Pfarrer Johann Heinrich August Duncker, der in seinem Pfarrhaus eine von ihm konstruierte Maschine zum Schleifen und Polieren von Brillengläsern aufstellte. Damit gab er den „Startschuss“ für eine über 200-jährige Rathenower Erfolgsgeschichte, die der Stadt ihren unverwechselbaren Stempel aufdrückte. Erstmals haben Praktiker aus der optischen Industrie und Historiker, Wissenschaftler, Unternehmer und interessierte Laien Texte für einen umfassenden Band brandenburgischer Industriegeschichte erarbeitet. Reich bebildert, geben die populär gehaltenen Beiträge Einblick in die verschiedenen Facetten optischer Industrieproduktion: vom Brillenglas bis zum Fernrohr, vom Mikroskop zur Brillenfassung, vom Ladenbau zum Werkzeug- und Maschinenbau.

25,00 €*
Zwei Flaneure in Berlin

Auf den Spuren von Franz Hessel und Walter Benjamin

„Es kamen die Berliner Jahre, in denen der beste Teil meiner Freundschaft mit Hessel sich in vielen Gesprächen aus dem Passagenprojekt nährte“, schrieb Walter Benjamin 1935 an Theodor W. Adorno über Franz Hessel. Der Philosoph Benjamin lernte den Rowohlt-Lektor Hessel 1923 kennen, woraus eine lebenslange Freundschaft entstand. Hessel gab die Zeitschrift Vers und Prosa heraus, in der Benjamin Übertragungen von Baudelaire-Gedichten veröffentlichte, beide übersetzten gemeinsam Prousts À la recherche du temps perdu. Neben dem Interesse an französischer Literatur verband beide auch die „Flanerie“. In dem Band werden einige der für die beiden Flaneure biografisch bedeutsame Orte erkundet und Schlaglichter auf ihr Leben im „Industriegebiet der Intelligenz“ geworfen, dem urbanen Raum im Berliner Westen, in dem ein Großteil der Berliner Literatur- und Künstlerszene wohnte und arbeitete. Es waren die Jahre, in denen die Kultur blühte, bevor der Machtantritt der Nationalsozialisten für einen Großteil der Berliner Literaten, Intellektuellen und Künstler Verfolgung und Exil oder Tod bedeutete.

12,00 €*
/ Zwischen Kiefern und Kasernen

Märkische Autorinnen und Autoren zum 200. Fontane-Geburtstag

Herausgegeben von Klaus Körner und Matthias Körner, mit einem Nachwort von Roland Berbig

Die Anthologie des Landesverbandes Brandenburg des VS (Verband deutscher Schriftsteller in ver.di) zum Fontanejahr 2019 versammelt Prosa von neunzehn Autorinnen und Autoren aus Brandenburg und Berlin. Erzählerische, essayistische und journalistische Texte schlagen auf unterschiedliche Weise eine Brücke zu Theodor Fontane im Jahr von dessen 200. Geburtstag. In einigen der Prosastücke bildet Fontanes Werk einen Reflexionsraum, um zurück in die eigene Kindheit oder in eine den Autorinnen und Autoren vertraute Landschaft zu blicken. Andere Texte beleuchten weniger bekannte Seiten des Lebens und Wirkens von Fontane oder versuchen mithilfe einiger seiner Romanfiguren, sich die Wirklichkeit zu erschließen. Mit Beiträgen von Thomas Bruhn, Ines Gerstmann, Christine Gransalke, Reinhard Griebner, Wolf D. Hartmann, Rita König, Klaus Körner, Matthias Körner, Katharina Körting, Ursula Henriette Kramm Konowalow, Roland Lampe, Klaus-Peter Möller, Monika Nothing, Michael Nowka, Till Sailer, Reinhard Stöckel, Jana Weinert, Erhard Weinholz und Carmen Winter.

12,99 €*
Maxim Gorki in Saarow 1922/23

Frankfurter Buntbücher 33

In das aufstrebende Heil- und Kurbad Saarow, idyllisch am Scharmützelsee gelegen, verschlug es im Winter 1922/23 auf einer Deutschlandreise den russischen Schriftsteller Maxim Gorki (1868–1936). Gorki konnte sich in Saarow nicht nur einer vorzüglichen medizinischen Behandlung unterziehen, sondern dank der guten Verkehrsverbindung nach Berlin seine zahlreichen Kontakte zu dort ansässigen russischen Verlagen und Institutionen pflegen. Christa Ebert spürt jenen Orten in Bad Saarow nach, die in Beziehung zu Gorkis dortigem Aufenthalt stehen, und spannt den Bogen nach Berlin, wo sich die russische Imigrantenszene in jenen Jahren ein Stelldichein gab.

8,00 €*
Kreuzberg

Das andere Berlin

Kreuzberg steht seit Jahrzehnten synonym für Bohème, Gastarbeiter- und Aussteigerdomizil, Abrisspolitik und Hausbesetzungen, Krawalle am 1. Mai, Off-Kultur, zuletzt für Proteste gegen Immobilienspekulation und Verdrängung der Alteingesessenen aus ihren Kiezen. Jürgen Enkemann konzentriert sich in seiner materialreichen Darstellung auf Kreuzberg als das „andere Berlin“, auf die hier besonders ausgeprägte Alternativität und Protestkultur sowie den besonderen multikulturellen Mix von Bewohnerinnen und Bewohnern. Er schlägt einen Bogen von der Gründung des südlich des älteren Berlins gelegenen Stadtraums als eigenem Berliner Verwaltungsbezirk (1920) über die Herausbildung des alternativen Milieus und damit des „Mythos Kreuzberg“ in den 1960er-Jahren bis heute, wo Immobilienspekulation und Gentrifizierung gerade das alternative Milieu wieder vor neue Herausforderungen stellen. 100 Jahre Kreuzberg - der Band zum Jubiläum Das Crowdfunding-Video zum Buch, März 2019

25,00 €*
Berühmte Tote leben ewig

Berliner Schicksale

Sie stachen sich aus Liebe einen Dolch ins Herz, schossen sich aus Eifersucht eine Kugel in den Kopf, fielen volltrunken die Treppe hinunter, überlebten einen Insektenstich nicht, verloren beim Duell, wurden vom Blitz erschlagen oder waren beim Attentat das falsche Ziel. Bei manchen entwickelten sich post mortem skurrile Begebenheiten – um ihre sterblichen Überreste oder ihre Grabstelle. Bernd Oertwig porträtiert sechzehn Frauen und Männer, die in Berlin lebten und auf nicht ganz gewöhnliche Weise starben. Einige waren zu Lebzeiten prominent, andere sind noch heute jedem ein Begriff, darunter Kühnemund von Armin, der Sohn des berühmten Dichterpaars, die Pilotin Melli Beese, die Tänzerin und Schauspielerin Anita Berber, der Kunsthändler Paul Cassirer, der Künstler George Grosz, der exilrussische Publizist Wladimir Dmitrijewitsch Nabokov, der Fotograf Helmut Newton, die Schauspielerin Renate Müller, der Boxer Bubi Scholz und der Philosoph Max Stirner. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es noch heute Hinweise auf diese und die anderen Protagonisten des Bandes im Berliner Stadtraum. Mal stehen die Häuser noch, in denen sie lebten oder starben, mal erinnern Gedenktafeln daran, und häufig lassen sich auch ihre Gräber aufspüren.

19,90 €*
Fontane in Brandenburg

Bilder und Geschichten

Begleitband zur Ausstellung fontane.200/Brandenburg

Das Land Brandenburg feiert 2019 mit einem vielfältigen Programm den 200. Geburtstag von Theodor Fontane, der wie kein anderer Schriftsteller die Identität Brandenburgs geprägt hat. Neben Romanen wie Effi Briest, Frau Jenny Treibel, Irrungen, Wirrungen und den Wanderungen durch die Mark Brandenburg hat er Gedichte, Reisereportagen, Kriegsberichte, Kunst- und Theaterkritiken und Rezensionen verfasst. Über Brandenburg schrieb Fontane keinen Reiseführer und kein Geschichtsbuch – er erzählte von Land und Leuten. Die Ausstellung fontane.200/Brandenburg – Bilder und Geschichten zeigt im Rahmen von fontane.200 diese erzählende Erschaffung von Brandenburg als Kultur- und Geschichtslandschaft. Sie folgt dem literarischen Raumpionier Fontane, der seinen kulturellen Nah-Raum erforscht und nach seinen eigenen literarischen Vorgaben neu vermisst, auf seinen Reisen, bei der Begegnung mit Menschen und mit der lokalen kulturellen Überlieferung, beim Recherchieren und Schreiben. Sie macht sein Verfahren anschaulich, unterschiedlichste Quellen erzählend zu einem von „Bildern und Geschichten“ getragenen Ganzen zu organisieren. Der Begleitband vertieft zentrale Aspekte der Ausstellung und stellt Fontanes Brandenburg-Erzählung in größere literarisch-historische Zusammenhänge.

28,00 €*
/ Fontanes Heimat

Einst und Jetzt 55

Als Fontane an der Oder stand, bewunderte er den wuselnden Schiffsverkehr zwischen Frankfurt und Stettin. Und heute: trägt die Oder hin und wieder ein paar Paddler und Sportboote. Geschwader von Kähnen sah sie schon lange nicht mehr. Im Oderbruch bewunderte Fontane die neuen, großen Zuckerfabriken. Heute würde er an deren Stelle eingezäunte Solaranlagen sehen. In Lebus erinnerte er sich an den alten Schlachtruf „Lebus oder Tod“ und musste darüber lächeln, dass sich wegen dieses Örtchens Krieger einst die Köpfe einschlugen. Fontane hätte nicht ahnen können, dass um eben jene politisch bedeutungslose Kleinstadt 1945 so erbittert gekämpft wurde, dass sie fast ausradiert war. Fontane hat mit seinen Reisen durch Brandenburg und der daraus entstandenen Biografie einer Landschaft Literaturgeschichte geschrieben. Getreu ihrem Motto wird in der Buchreihe Einst und Jetzt gezeigt, wie sich ausgewählte Plätze im Havel- und im Oderland, auf dem Barnim, in Potsdam und Berlin verändert haben – oder wo es noch so ähnlich zugeht wie früher.

16,99 €*
fontane.200/Autor

Das Bilder-Wörter-Stimmen-Lesebuch

Begleitband zur Ausstellung fontane.200/Brandenburg

Die Leitausstellung zum Fontane-Jahr 2019 zeigt einen der wichtigsten deutschsprachigen Autoren des 19. Jahrhunderts als Wort-Sampler, Schreibdenker und Textprogrammierer. Sie stellt die Besucher mitten hinein in Fontanes Schreib- und-Textwelten: Woher hatte er seine Ideen? Wie erfand er seine Figuren? Warum tauchen in seinen Romanen manche Dinge immer wieder auf, warum werden andere verschwiegen? Wie entsteht der „Realismus-Effekt“ und wie der besondere Fontane-Sound? Der Begleitband greift die Themen der Ausstellung auf – Texten, Schreiben, Mixen – und mit ihnen die dazugehörigen Verfahren wie Aufschreiben, Aufzeichnen und Ausschneiden, Sammeln, Auseinandernehmen, Fügen, Fingieren und Realisieren. Diese werden in kürzeren beschreibenden Texten vorgestellt, an Bildern vorgeführt und in Gesprächen unter anderem mit Schriftsteller-innen/Schriftstellern und Wissenschaftlerinnen / Wissenschaftlern vertieft. Ziel ist zu entdecken, wie modern bei allem historischen und individuellen Abstand Fontane ist. Mit Beiträgen unter anderem von Iwan Michelangelo d’Aprile, Ulrike Draesner, Nora Gomringer, Felicitas Hoppe, Anja Kamp-mann, Sibylle Lewitscharoff, Petra McGillen, José A. Oliver, Marion Poschmann, Gabriele Radecke, Julia Schoch, Jan Söffner, Peer Trilcke und Joseph Vogl.

28,00 €*
Fontane allerorten

Eine Spurensuche in Berlin und Brandenburg

Als Theodor Fontane 1898 im Alter von 78 Jahren verstarb, war er zwar ein bekannter, aber noch keineswegs vielfach gewürdigter Schriftsteller. Kein Gedanke daran, dass einmal eine Straße, ein Platz, eine Schule, ein Restaurant, eine Buchhandlung, eine Apotheke oder sogar eine medizinische Hochschule nach ihm benannt werden würden. Heute, im Jahr seines 200. Geburtstages, sieht die Sache anders aus. Nicht nur Straßen und Apotheken, Denkmäler und Brunnen, Hotels und Pensionen, Wanderwege und Literaturpreise tragen seinen Namen, sondern auch ein Schiff, ein Fisch und ein Mineralwasser. Roland Lampe verfolgt den großen Namen im Berliner und Brandenburger Alltag, entdeckt Bezüge und zieht Querverbindungen zwischen Orten, Institutionen und sogar Mahlzeiten, die auch für Fontane durchaus eine Rolle spielten. Eingerahmt von Fontane-Texten, ist der Band auf informativer und vergnüglicher Spurensuche – vom Fontane-Wanderweg bis zum Fontane-Döner.

12,00 €*
Brandenburger Notizen

Fontane – Krüger – Kienzle

Mit einem Nachwort von Gabriele Radecke

Zu Theodor Fontanes 200. Geburtstag inszeniert eine Ausstellung in Falkensee Schwarzweiß-Aufnahmen der Fotografen Heinz Krüger (1919–1980) und Lorenz Kienzle (*1967) in Korrespondenz mit Fontanes Texten und Skizzen. Heinz Krüger fotografierte zwischen 1963 und 1970 auf den Spuren von Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg für eine Publikation des Aufbau-Verlages. Aus diesem Fundus traf Lorenz Kienzle eine Auswahl, die auch vom Alltag in der DDR erzählt. Kienzle nahm sich Fontanes Notizbücher vor, die ab 1860 während dessen Exkursionen durch Brandenburg entstanden waren und als Rohmaterial für die Wanderungen dienten. Die Notizbücher werden seit 2011 unter der Leitung von Gabriele Radecke für eine digitale Edition transkribiert und kommentiert. Fontane und Krüger folgend, machte sich Kienzle per Fahrrad und mit Plattenkamera auf den Weg durch Brandenburg. Seine Aufnahmen von Landschaften, Orten und Tieren werden mit Fontanes Texten und den Fotografien von Krüger kombiniert. Dabei entsteht ein Geflecht von Bezügen, das von der Vergänglichkeit, aber auch der Zeitlosigkeit von Orten erzählt, die man immer wieder neu entdecken kann.

25,00 €*
/ 100 Jahre in Berlin

Generation Kaiserzeit erzählt

Mit einem Vorwort von Sibyll Klotz

„Warum ich so ein hohes Alter erreicht habe: Das Geheimnis ist, wir haben unterm Dach jewohnt, 64 Treppenstufen rauf und runter. Und das 55 Jahre lang“, erzählt Klara S., die 1912 geboren wurde. Geboren zwischen 1911 und 1916, sind die Hundertjährigen ganz besondere Zeitzeugen, die ein Stück der Geschichte Berlins erzählen, die so in keinem Geschichtsbuch steht. Positive Lebenseinstellung, starker Wille, Gelassenheit und Berliner Humor, aber auch Verluste und Ängste prägen die Biografien von Menschen, die hier zu Wort kommen. Rita Preuß und Marion Schütt stellen im Vorfeld des Jahrhundert-Jubiläums der Bildung von Groß-Berlin (2020) 15 hundertjährige Menschen aus Berlin in Text und Bild vor. Sie haben die vermutlich letzte Chance ergriffen, mit diesen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu sprechen, um deren Erfahrungen zu dokumentieren und an künftige Generationen weiterzugeben. Die Autorinnen haben die Hundertjährigen in ihren Berliner Wohnungen, Häusern und Senioreneinrichtungen fotografiert und interviewt. Diese erzählen, wie sie das Ende des Ersten Weltkrieges erlebt haben, als in Berlin überall die Glocken läuteten und sich die Leute auf der Straße umarmten, vom Besuch im verruchten Transvestitenlokal „Eldorado“ während der Weimarer Republik, von der Teilnahme an den Olympischen Spielen 1936, vom Kampf ums Überleben im Zweiten Weltkrieg, vom Handel auf dem Schwarzmarkt in der Nachkriegszeit, vom Wiederaufbau und der politischen Teilung ihrer Heimatstadt.

25,00 €*
Ein Sonnenstrahl des Glücks

Theodor Fontane in Bethanien

Es gibt nur wenige originale Schauplätze, die an Theodor Fontane erinnern. Neben seinem Geburtshaus, der Löwen-Apotheke, und dem Alten Gymnasium in Neuruppin oder dem Haus in Schiffmühle, in dem Fontanes Vater seine letzten Lebensjahre verbrachte, ist das Gebäude des ehemaligen Krankenhauses Bethanien am Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg zu nennen. Hier wohnte und arbeitete Fontane von 1848 bis 1849 als Apotheker und Ausbilder von zwei Diakonissen – „meine angenehmsten Tage“, wie er in seinen Erinnerungen Von Zwanzig bis Dreißig schrieb. Hier erlebte er die Freuden des Lehrens und den Ärger mit der Verwaltung, vergnügliche Begegnungen mit anderen Mitgliedern der literarischen Gesellschaft „Tunnel über der Spree“ und die Revolution 1848/49. Und hier entschied er sich, nicht mehr als Apotheker zu arbeiten, sondern seine Existenz fortan „auf den Vers zu stellen“. Auf kurzweilige Art erzählt Roland Lampe nicht nur von Fontanes Zeit in Bethanien, sondern auch, wie es weiterging, nachdem Fontane das Krankenhaus und die Apotheke verlassen hatte, die heute als historische "Fontane-Apotheke" zum FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum gehört.

12,00 €*
Wegspur Fontane

Eine Nachlese im Ruppiner Land

Mit Fotos von Elke Lang

„Überall, wohin du kommst, wirst du ... eintreten wie in jungfräuliches Land“, versprach Fontane am Beginn seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Seitdem brachen immer wieder Neugierige auf, um den Wahrheitsgehalt solcher Behauptungen zu prüfen. Auch Till Sailer wollte wissen, was aus Fontanes Heimatlandschaft geworden ist, aber zugleich, was andere „Nachwanderer“ berichtenswert fanden. Zeugnisse von Andrew Hamilton, Kurt Tucholsky, Günter de Bruyn, Gisela Heller, Georg Lentz und vielen anderen fügen sich zu einer Langzeitbeobachtung, wie sie kaum einer anderen Region zuteilwurde. Vor fünfzig Jahren gingen gleich drei weitere Wanderer in die Spur. Die Schriftsteller Franz Fühmann und Joachim Seyppel sowie der Kunstwissenschaftler Lothar Lang erforschten Fontanes Land in den Farben der DDR. Zwanzig Jahre später strömten Gäste aus westlichen Gefilden zu den Erinnerungsstätten preußischer Heroen. Besuchern wie Christian Graf von Krockow ging es neben Fontane und Schinkel vor allem um Kronprinz Friedrich, den späteren Preußenkönig. All die Wanderer auf der „Wegspur Fontane“ suchten auch nach Poeten, die im Ruppiner Land zur Literatur gefunden hatten, wie Georg Heym, Erich Arendt und Eva Strittmatter, deren Lyrik das Bild einer faszinierenden Kulturlandschaft vervollständigt. Till Sailer reizte es, die fiktive Langzeitbeobachtung fortzuschreiben. Im Vordergrund seiner Nachlese steht die Frage: Was wurde aus der Region, der Fontane einst öffentliche Aufmerksamkeit verschaffte?

19,90 €*
/ Der Dorotheenstädtische Friedhof

Prominente Geschichte in der Mitte Berlins

Vom ungeliebten Armenfriedhof zum international bekannten Prominentenfriedhof hat der Alte Dorotheenstädtische und Friedrichswerdersche Friedhof seit seiner Gründung im 18. Jahrhundert eine steile Karriere absolviert. Seine Nähe zu führenden Kultureinrichtungen in der Berliner Dorotheenstadt, wie den Akademien der Wissenschaften und der Künste, der Berliner Universität, der Bauakademie und den Museen, nicht zuletzt auch zu den erfolgreichen Kaufleuten in der Straße Unter den Linden und den Ministerien des Preußischen Staates, brachte es mit sich, dass namhafte Vertreter aus Wissenschaft, Kunst und Politik hier beerdigt wurden. Die Stichwortgeber ganzer Generationen – Fichte, Schinkel, Brecht & Weigel, Marcuse, Teufel, Rau und Christa Wolf – inspirierten andere, sich an diesem Ort ebenfalls zur letzten Ruhe betten zu lassen. Eingefügt in einen grünen Garten, stehen hier die Denkmäler großer Geister, gestaltet von den besten Künstlern ihrer Zeit. Die Evangelische Kirche hat diese reiche künstlerische Tradition um ein spektakuläres Projekt ergänzt, eine Licht-Installation des weltbekannten Künstlers James Turrell. Das vielfarbige Lichterlebnis in der vom Architekturbüro Nedelykov Moreira neu gestalteten historischen Kapelle soll Trost spenden und auf ein lichtdurchf lutetes Jenseits verweisen. Die seit Jahrzehnten mit dem Ort vertrauten Autoren stellen die über 250-jährige Geschichte der Gemeinden, des Friedhofes und seiner Bewohner mithilfe zahlreicher Abbildungen vor. Hinweis: Mit Bedauern mussten wir feststellen, dass die Zuordnung der Büste für das Grabmal Inge Kellers (S. 163) leider fehlerhaft ist. Nicht Anna Franziska Schwarzbach ist Urheberin des Kunstwerkes, sondern die Bildhauerin Sabina Grzimek. Wir bitten beide Künstlerinnen um Entschuldigung. 

20,00 €*
Von Dorf zu Dorf, von Kirche zu Kirche

Auf Fontanes Spuren in märkischen Kirchen

Kirchen und ihre Türme waren und sind wichtige Orientierungspunkte. Gerade auf dem Land sind sie nicht nur Ortsmittelpunkte, sondern noch immer die höchsten, schon von Weitem sichtbaren Gebäude. Und ihnen ist noch etwas eigen: Ihre Bauweise macht sie zu beständigen Bauwerken, die mehr als andere Bauten den Widrigkeiten der Zeitläufte – Kriegen und Naturkatastrophen – trotzen. Für Theodor Fontane waren Kirchen auf seinen Wegen durch die Mark Brandenburg Orte zum Innehalten, aber auch Kulturdenkmale, über die es historisch Wissenswertes und auch Kurioses zu berichten gab. Die märkischen Kirchen waren für ihn so auch im übertragenen Sinne Orientierungspunkte. Hier knüpfen zwanzig Autorinnen und Autoren an, unter ihnen Sibylle Badstübner, Beatrix Forck, Wilhelm Hüffmeier, Krafft von dem Knesebeck, Hans-Georg von der Marwitz und Asta von Oppen. Sie nähern sich wie Fontane den märkischen Kirchen mit wachen Augen für die Geschichte der alten Feldsteingemäuer oder eleganten klassizistischen Fassaden. Wie Fontane in seinen Texten adaptierte, remixte und wiederverwertete, nehmen sie Bezug auf die fontaneschen Beschreibungen und führen sie bis in die Gegenwart fort.

15,00 €*
Felix Hartlaub in Berlin (1934-1945)

Frankfurter Buntbücher 63

Felix Hartlaub (1913–1945), Sohn des Kunsthistorikers und Museumsdirektors Gustav Friedrich Hartlaub, kam 1934 zum Studium der Geschichte, Romanistik und Kunstgeschichte nach Berlin. Die Reichshauptstadt wurde für ihn zum Schicksalsort, das Kriegsgeschehen und seine Erlebnisse als Wehrmachtssoldat ab 1939 zu einem Grundmotiv seines schmalen Œuvres. Seine Erlebnisse im besetzten Paris und als Mitarbeiter am Kriegstagebuch beim Oberkommando der Wehrmacht fanden Niederschlag in Prosaskizzen und Schilderungen von eindrücklicher Präsenz. In den letzten Kriegstagen wieder nach Berlin abkommandiert, verlieren sich seine Spuren Anfang Mai 1945. Bekannt wurde Hartlaub durch seine Aufzeichnungen aus den Kriegsjahren, die posthum veröffentlicht wurden und andeuten, dass aus ihm ein wichtiger Protagonist der Nachkriegsliteratur hätte werden können. Jannis Wagner zeichnet die Berliner Stationen von Felix Hartlaub nach – und wie die Stadt auf den jungen Literaten gewirkt hat.

8,00 €*
Brechts Berlin

Literarische Schauplätze

Für Bertolt Brecht war Berlin die „Stadt, die klug macht“. Seit 1920 versuchte er im Literatur- und Theaterbetrieb der Metropole Fuß zu fassen. Nach etlichen Rückschlägen wurde er hier zum Starautor, der sich unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise politisch radikalisierte. Vor den Nationalsozialisten geflohen, schrieb Brecht im Exil poetische Satiren auf das braune Berlin. Als „Schutthaufen bei Potsdam“ erlebte er die Stadt nach seiner Rückkehr im Oktober 1948. Brecht hat sich intensiv am Wiederaufbau des Kulturlebens in Ost-Berlin beteiligt und gemeinsam mit Helene Weigel das Berliner Ensemble zu Weltruhm geführt. Begraben liegt er neben vielen Weggefährten auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, unweit seiner letzten Wohnung in der Chausseestraße 125. Dort ist heute ein Museum, es gibt sein Archiv, das Denkmal und Brecht-Verse an Häusern der ehemaligen Stalinallee. Kein Dichter hat so sichtbare Spuren in Berlin hinterlassen, dennoch sind die meisten Brecht-Orte und Berlin-Bezüge wenig bekannt. Als Stadtführer und Literaturdetektiv ist der Autor Michael Bienert seit 1990 in Brechts Berlin unterwegs. In der Reihe Literarische Schauplätze legt er nun einen reich illustrierten Band vor, der den ganzen Facettenreichtum des Themas vor Augen führt.  Der Film zum Buch! Eine Videoproduktion von Leon Buchholz

25,00 €*
Dichterland Brandenburg

Literarische Entdeckungen zwischen Havel und Oder

Werner Liersch hat sie alle im Blick, die Großen der Literatur, wie Heinrich von Kleist, Ludwig Tieck, Adelbert von Chamisso, Bettina von Arnim, Heinrich Heine, Theodor Fontane, Theodor Storm, Gerhart Hauptmann, Georg Kaiser, Kurt Tucholsky, Gottfried Benn, Hans Fallada und Bertolt Brecht, aber auch die Unangepassten und Verfolgten, wie Erich Mühsam, Gertrud Kolmar und Boris Djacenko. Dichterland Brandenburg ist ein Streifzug voller Entdeckungen, aber auch eine Reise in die brandenburgisch-preußische und die deutsche Geschichte. Hier wird ein literarisches Panorama entworfen, in dem sich die bewegte Vergangenheit und die Gegenwart dieses „Dichterlandes“ spiegeln.

20,00 €*
Einsteins Berlin

„Ostern gehe ich nämlich nach Berlin als Akademie-Mensch ohne irgendwelche Verpflichtungen, quasi als lebendige Mumie“, schrieb Albert Einstein im Sommer 1913. Fast zwei Jahrzehnte wirkte der wohl bedeutendste Physiker des 20. Jahrhunderts in der Reichshauptstadt. Diese Jahre markieren den Höhepunkt seiner wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Anerkennung – sie waren allerdings auch eine Zeit zunehmender politischer Spannungen. Was zog Einstein an die Spree und hielt ihn eine solch lange Zeit in der Stadt? Der Autor gibt darüber Auskunft: Auf mehr als dreißig Stationen begleiten die Leser Einstein durch Berlin und Umgebung, lernen seine Familie, Freunde und Weggefährten und alle wichtigen Schauplätze seines Lebens in der Hauptstadt kennen. Zahlreiche Illustrationen, Fotos der historischen Schauplätze und Stadtplan-Ausschnitte erleichtern das Auffinden der Berliner „Einstein-Orte“ und ermöglichen einen Rundgang durch eines der wichtigsten Kapitel der modernen Wissenschaftsgeschichte.

25,00 €*
Ludwigslust

Einst und Jetzt 53

Die südwestmecklenburgische Stadt Ludwigslust besticht durch das prachtvolle Barockschloss der Herzöge Mecklenburg-Schwerins, die hier von 1765 bis 1837 residierten. Gemeinsam mit der Residenzstadt, die um das als „Versailles des Nordens“ bezeichnete Schloss herum an gelegt wurde, entstand ein einzigartiges architektonisches Ensemble. Reichlich Stoff für einen Vergleich von älteren Darstellungen und aktuellen Fotos – denn es hat sich einiges getan in der Stadt, in der die vielen unter Denkmalschutz stehenden Gebäude in neuem Glanz erstrahlen.

16,99 €*
Neuzelle

Einst und Jetzt 54

Neuzelle hat gerade einmal 2 174 Einwohner. Doch das Dorf an der Oder ist ein echtes Juwel in Ostbrandenburg. Da gibt es das ehemalige Zisterzienser-Kloster, dessen Gründung vor 750 Jahren im Jahr 2018 gefeiert wird. In die Anlage mit ihren zwei Barockkirchen, einem Klostergarten und zwei Museen – allesamt im Eigentum der staatlichen Stiftung Stift Neuzelle – sind in den vergangenen Jahren etliche Millionen Euro gef lossen. Seit Kurzem leben wieder Zisterziensermönche in Neuzelle. Das Kulturzentrum könnte also demnächst erneut auch ein Glaubenszentrum werden.

16,99 €*
/ Der Kulturbund auf dem Eibenhof

Ort der Kultur und Begegnung

Die Rittergutsanlage Eibenhof in Bad Saarow erfuhr im Laufe der Zeit unterschiedliche Nutzungen, unter anderem als Sanatorium. 1948 pachtete der Kulturbund der DDR die Anlage als Erholungs- und Tagungsort für Kulturschaffende. Den Anstoß dafür gab Johannes R. Becher, der erste Präsident des Kulturbundes und spätere DDR-Kulturminister, der seit 1948 in Bad Saarow ein Sommerhaus hatte. Im Mittelpunkt des Bandes steht die Zeit, in der der Eibenhof als Erholungsheim des Kulturbundes genutzt wurde. Persönliche Reminiszenzen an Begegnungen auf dem Eibenhof werden um Reflexionen in Werken von Günter Grass, Stefan Heym, Elfriede Brüning, Hans Bentzien und Walther Victor ergänzt. Doch stand der Eibenhof, dem Anspruch des Kulturbundes entsprechend, auch den Mitgliedern der anderen Sektionen des Verbandes offen, wie Philatelie, Numismatik und Fotografie. Daran wird ebenfalls erinnert. Viele bisher unveröffentlichte Fotos, ein umfangreicher Dokumententeil und ein Grußwort von Johannes Freiherr von Salmuth, seit 2004 Eigentümer des Eibenhofes, der das Gebäudeensemble denkmalgerecht saniert hat und die kulturellen Traditionen unter neuen Vorzeichen fortführt, runden den Band ab.

25,00 €*
Das Kammergericht in Berlin

Orte - Prozesse - Ereignisse

Das Berliner Kammergericht ist das älteste noch existierende und berühmteste deutsche Gericht. 2018 feiert es seinen 550. Geburtstag. Aus einem mittelalterlichen Hofgericht, das im Berliner Schloss tagte, entwickelte es sich in der Epoche der Aufklärung zu einem in ganz Europa gefeierten Symbol für Rechtsstaatlichkeit. Das Kammergericht war preußischer Staatsgerichtshof und ab 1879 Oberlandesgericht der deutschen Hauptstadt. In seinem wilhelminischen Justizpalast am Kleistpark tagten der NS-Volksgerichtshof und ab 1945 die alliierte Militärregierung für ganz Deutschland. Im geteilten Berlin wurde sein Präsident Günter von Drenkmann 1974 von Linksterroristen ermordet. Seit der Wiedervereinigung ist das Kammergericht wieder für ganz Berlin zuständig. Der reich illustrierte Band gibt einen chronologischen und anschaulichen Überblick über die gesamte 550-jährige Geschichte dieser Berliner Institution – von der ersten urkundlichen Erwähnung bis zur Digitalisierung des Rechtsverkehrs.

26,00 €*
Mord und Totschlag in Berlin

Neue spektakuläre Kriminalfälle

Mehr als eine halbe Million Straftaten wurden 2016 in Berlin angezeigt. Das Spektrum reicht von Taschendiebstahl über Drogenhandel und Schlägereien bis zu Mord. Der Autor, einer der besten Kenner der Berliner Justizgeschichte, hat spektakuläre Fälle aus den beiden letzten Jahrzehnten ausgewählt. Es handelt sich ausschließlich um Tötungsdelikte – darunter der Mord an Hatun S., die 2005 mitten auf der Straße erschossen wurde, ein „Ehrenmord“, der eine politische und gesellschaftliche Debatte auslöste, wie auch der Fall eines Dänen, der 2011 seine beiden minderjährigen Töchter bei lebendigem Leibe verbrannte, um sie nach verlorenem Sorgerechtsstreit nicht seiner Ex-Frau überlassen zu müssen. Zwei weitere Fälle haben die Öffentlichkeit 2012 monatelang beschäftigt: der von Jonny K., der am Alexanderplatz von einer Gruppe Jugendlicher zu Tode geprügelt wurde, und das Mordkomplott, dem die junge Pferdewirtin Christin R. aus Lübars zum Opfer fiel. Ernst Reuß ruft Kriminalfälle ins Gedächtnis, die illustrieren, dass Berlin nicht nur im politischen Sinne Hauptstadt ist …

18,00 €*
Paul Gerhardt in Berlin, Mittenwalde und Lübben (1642–1676)

Frankfurter Buntbücher 30

Frankfurter Buntbücher (30)

„GEH aus mein Hertz und suche Freud/In dieser lieben Sommerzeit …“ Der Sommer-Gesang, aus dem diese bekannten Zeilen stammen, ist eines von 139 überlieferten Liedern des evangelischen Pfarrers Paul Gerhardt (1607–1676). Ulrich Grober folgt den Spuren des in Wittenberg ausgebildeten Theologen, der 1642/43 als Hauslehrer nach Berlin zog und 1651 nach Mittenwalde, wo er sein erstes Pfarramt antrat, 1657 an die Berliner Hauptkirche St. Nikolai wechselte, um 1669 als Pfarrer nach Lübben zu gehen, nachdem der orthodoxe Lutheraner vom evangelischreformierten Kurfürsten Friedrich Wilhelm seines Amtes enthoben wurde.

8,00 €*
Essad Bey in Berlin (1921–1933)

Frankfurter Buntbücher 62

Eine der schillerndsten Literatengestalten der 1920er- und 1930er-Jahre: Lev Nussimbaum alias Essad Bey. Sebastian Januszewski verfolgt den Weg des Juden Nussimbaum aus der aserbaidschanischen Stadt Baku in das Berlin der frühen 1920er-Jahre. Der 1922 zum Islam konvertierte Essad Bey, wie er sich nun nennt, schreibt über Exilrussen am Kurfürstendamm (Das weiße Rußland), macht als Journalist bei der Literarischen Welt, mit Biographien über Stalin und den Propheten Mohammed sowie unter dem Pseudonym Kurban Said als Romanautor Karriere. Er dient sich den Nationalsozialisten an und wird aus Deutschland und Österreich dennoch vertrieben. Gerhart Hauptmann hat ihm mit seinem Gedicht Positano 1944 ein Denkmal gesetzt.

8,00 €*
BOTHZOWIA – ORANIENBURG. Heimatbuch für die Stadt und Umgebung Herausgegeben von der Stadt Oranienburg, Band 4

Religion und Toleranz. Von der ersten lutherischen Kirchenvisitation bis zum Olof-Palme-Marsch

Ein Jahr nach dem 800. Stadtjubiläum macht die Heimatbuch-Reihe „Bothzowia – Oranienburg“ im 500. Jubiläumsjahr der Reformation die Themen Religion (Glaube) – Toleranz (Respekt) – Handeln (Beistand) zum inhaltlichen Schwerpunkt. Nicht zufällig sind es Begriffe, die auch das kurze Leben der bedeutsamen Kurfürstin Louise Henriette von Brandenburg bestimmten, deren 350. Todestag wir in diesem Jahr gedenken. Die Beiträge (1 bis 9) zeigen mit ihren historischen Darstellungen in unterschiedlicher zeitlicher Dimension die vielgestaltigen Wirkungen der Reformation in Bötzow/Oranienburg auf. Deutlich wird dabei, dass es auch in den dunkelsten Zeiten der Oranienburger Vergangenheit immer wieder Menschen gab, die sich an den reformatorischen Werten orientierten. Dabei ließen sie sich nicht von der Verschiedenheit ihres Glaubens, ihrer sozialen Stellung, ihrer regionalen Herkunft oder Ethnizität leiten, sondern vom Willen nach einem friedlichen und achtungsvollen Zusammenleben. Die Veröffentlichung wendet mit vielen Illustrationen und Quellenhinweisen an einen breiten Leserkreis, den interessierten Laien, passionierte Heimatforscher und Regionalhistoriker.

9,90 €*