Pilz, Kristin
Jahrgang 1981, ist in Eberswalde geboren und aufgewachsen. Nach einer Ausbildung zur Werbekauffrau studierte sie an der Fachhochschule Potsdam Kommunikationsdesign. Seit 2010 ist sie als freiberufliche Gestalterin unter anderem für das Potsdamer Stadtmagazin friedrich tätig. Sie lebt in Potsdam.

Außer Betrieb

Industriekultur im Finowtal Ein historischer Reiseführer

Am Ufer des Finowkanals tauchen sie plötzlich auf – alte Fabrikgebäude, die sich inmitten der idyllischen Natur imposant emporstrecken oder ihre verfallenen Gemäuer zwischen der Pf lanzenwelt versteckt halten. Sie sind die stummen Zeugen eines frühindustriellen Zentrums der Mark Brandenburg und eng mit der Entwicklung der Stadt Eberswalde verbunden. Der zu Beginn des 17. Jahrhunderts errichtete Finowkanal ist Deutschlands älteste noch befahrbare künstliche Wasserstraße. Während des Dreißigjährigen Krieges fast vollständig zerstört, war es Friedrich II., der den Kanal wieder aufbauen ließ und damit für die Gründung von Industriebetrieben und wirtschaftlichen Aufschwung sorgte. Vor allem metallverarbeitende Industrie siedelte sich entlang des Kanals an und nahm wesentlichen Einfluss auf die städtebauliche Entwicklung von Eberswalde. In weiten Teilen Deutschlands wurde das Finowtal als „Märkisches Wuppertal“ bekannt. Die politische Wende 1989 brachte das Aus für den Industriestandort. Zurück blieben die architektonischen Zeugen der einstigen industriellen Blüte. Heute wird der Kanal nicht mehr von Lastkähnen befahren, sondern vor allem während der Sommermonate von Wassersportlern und Touristen genutzt.

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