Böthig, Peter
geboren 1958, ist Literaturwissenschaftler. Nach dem Studi- um der Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin war er zunächst dort Assistent. Nach Verhaftung durch den Staatssicherheitsdienst der DDR 1988 und Übersiedlung nach West-Berlin in den Jahren 1989/90 als Teaching Fellow an der University of Pittsburgh. Seit 1993 leitet er das Kurt Tucholsky Literaturmuseum in Rheinsberg. Diverse Veröffentlichungen zu Literatur und Kunst der Gegenwart.
/ / Herr Wendriner und das Lottchen

Herr Wendriner, die Karikatur des Berliner Spießbürgers – ein leicht übergewichtiger Jedermann aus dem Mittelstand echauffiert sich laut und mäßig informiert über Politik, Wirtschaft und Kollegen. Das Lottchen, ein Mensch aus Tucholskys Leben – eine moderne Single- Frau schwadroniert mit ihrem älteren Liebhaber. Herr Wendriner und das Lottchen trafen den Zeitgeist und wirken noch heute authentisch. Sie amüsieren, bewegen und polarisieren. Die Wendriner-Texte entstanden zwischen 1922 und 1930. Edith Jacobsohn, die Frau des Weltbühnen-Herausgebers Siegfried Jacobsohn, plante eine Buchausgabe in ihrem Verlag Williams & Co. Der in unserer Ausgabe erstmals publizierte Briefwechsel zwischen Autor und Verlegerin gibt Einblicke in die Publikationsgeschichte, so zur Frage einer bildlichen Darstellung des Herrn Wendriner, über dessen Erscheinungsbild Edith Jacobsohn und Tucholsky unterschiedliche Vorstellungen hatten. Auch in der Leserschaft gingen die Meinungen zur Figur des Wendriner auseinander. Teils fand er begeisterte Zustimmung, teils wurde Tucholsky Antisemitismus vorgeworfen. Jedoch hatte er nicht „das Jüdische“ an Wendriner kritisiert, sondern dessen schwammige Charakterlosigkeit. Das Wendriner- Buchprojekt scheiterte damals letztlich, weil die Verlegerin es für zu provokativ für ihren Verlag befand.

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Erich Arendt und Neuruppin

Frankfurter Buntbücher 44/45

7,50 €*
Im Haus der sieben Wälder

Lola Landau und Armin T. Wegner in Neuglobsow

Frankfurter Buntbücher 49

8,00 €*