Demps, Laurenz
Prof. Dr. Laurenz Demps ist einer der profiliertesten Kenner Berliner Stadtgeschichte. Seit 1988 Professor für Berlin-Brandenburgische Territorialgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin, lehrte er bis zu seiner Emeritierung 2005 Geschichte Berlin-Brandenburgs im 18., 19. und 20. Jahrhundert.
Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte Berlins während der NS-Diktatur sowie die Geschichte wichtiger Gebäude und Plätze in Berlin.
Im Jahre 2000 wurde er in die Internationale Expertenkommission „Historische Mitte Berlin“ berufen, die sich unter anderem mit den Plänen zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses befasste.
Die Neue Wache

Vom königlichen Wachhaus zur Zentralen Gedenkstätte

Die Neue Wache in der Mitte Berlins ist ein symbolbeladenes Bauwerk, in dessen Nutzungshistorie sich mehrere Kapitel deutscher Geschichte abbilden. 1816 bis 1818 nach Entwurf Karl Friedrich Schinkels für die Wache des Königs und als Gedenkstätte für die Gefallenen der Befreiungskriege errichtet, ist das Gebäude eines der Hauptwerke des deutschen Klassizismus. Bis 1918 diente die Neue Wache als „Haupt- und Königswache“. Im Jahre 1931 gestaltete Heinrich Tessenow das Gebäude zu einem Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs um. Während des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt, wurde es 1960 nach dreijährigem Wiederaufbau als Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus neu eingeweiht. Seit 1993 dient die Neue Wache als Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Im rekonstruierten Innenraum des Gebäudes befindet sich seitdem auf Anregung des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl eine vergrößerte Kopie der Skulptur Mutter mit totem Sohn (Pietà) von Käthe Kollwitz. Der Autor verortet das berühmte Bauwerk im Stadtraum und betrachtet es in seinem jeweiligen historisch-politischen Kontext. Durch akribische Recherche konnte er bislang Unbekanntes zutage fördern, zum Beispiel den Plan von FDJ-Funktionären, die Neue Wache abzureißen.

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