Schneider, Christof
Dissertation 1995 am Institut für Publizistik der westfälischen Wilhelms- Universität Münster.

Nationalsozialismus als Thema im Programm des Nordwestdeutschen Rundfunks (1945-1948)

Veröffentlichungen des Deutschen Rundfunkarchivs, Band 23

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs galt es - und es gilt noch heute -, die Jahre der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland und in weiten Teilen Europas aufzuarbeiten. Fragen stellten sich danach, wie es dazu hat kommen können und welche Folgen der Nationalsozialismus hatte. Aufklärung über die Vergangenheit und gleichzeitig Erziehung zu Freiheit und Demokratie im Zeichen der "Reeducation" waren daher unmittelbar nach dem Krieg das Gebot der Stunde. Da es zunächst überhaupt keine und später nur selten in geringer Auflage sowie geringem Umfang erscheinende gedruckte Medien gab, fiel dem Rundfunk in diesen Jahren eine ausschlaggebende Rolle zu. Wie sich der Rundfunk dieser von den Alliierten diktierten Herausforderung stellte, zeigt exemplarisch die Untersuchung über das Rundfunkprogramm des Nordwestdeutschen Rundfunks für die Jahre von 1945 bis 1948: In diese Zeit fallen die Prozesse gegen die Verantwortlichen des Konzentrationslagers Bergen-Belsen 1945 sowie gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Tribunal in Nürnberg 1945/46, in der sich, von den britischen Radiokontrolloffizieren gewünscht, signifikant viele Sendungen dieses Themas annahmen. Ab Ende 1946 ließ das Interesse aber nach, gleichmäßig verteilt über alle Programmsparten.

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