Geistesgeschichte
Neue Beiträge zur Geistesgeschichte
/ / / Eine Freundschaft im Widerspruch

Der Briefwechsel 1913-1922

Neue Beiträge zur Geistesgeschichte, Bd. 10

Hg. von Gregor Hufenreuter und Christoph Knüppel Die Freundschaft zwischen dem völkischen Nationalisten Wilhelm Schwaner und dem Juden Walther Rathenau gibt in ihrer Intensität und Vertrautheit bis heute Rätsel auf. Sie begann 1913 als eine der letzten Duzfreundschaften Rathenaus und hielt bis zu seiner Ermordung 1922 an. Die Korrespondenz bietet Einblicke in die komplexe und kontrastreiche Persönlichkeit Rathenaus und bündelt in seiner Freundschaft zu Wilhelm Schwaner exemplarisch die Widersprüche seines Lebens. Erstmals wird mit dieser Edition der überlieferte Briefwechsel vollständig veröffentlicht, der ein neues Licht auf dieses ungewöhnliche Verhältnis wirft. Eine Reihe von Texten Wilhelm Schwaners über Rathenau ermöglicht überdies einen differenzierteren Blick auf die völkische Bewegung, aus deren Reihen auch die Mörder Rathenaus kamen. Ein eindrucksvolles Dokument einer scheinbar unmöglichen und gleichwohl innigen Freundschaft.

29,95 €*
Amis, Cadillacs und "Negerliebchen"

GIs im Nachkriegsdeutschland

Neue Beiträge zur Geistesgeschichte, Band 9

Aus dem Amerikanischen von Karolina May-Chu. In den 1950er-Jahren wurden Hunderttausende US-Soldaten in der Bundesrepublik Deutschland stationiert. Betrachteten viele Einheimische zu Beginn die GIs ohnehin als Besatzer, so stellten die Beziehungen zwischen afroamerikanischen Soldaten und deutschen Frauen in den ländlichen, katholisch geprägten Gebieten eine besondere Herausforderung dar. Die pfälzischen Orte Baumholder, Landstuhl und Kaiserslautern waren dafür bekannt, dass „schamlose Fräuleins“ aus ganz Deutschland sich dort in den „Negerbars“ der „jüdischen Barbesitzer“ trafen. Konservative Politiker und die Kirchen versuchten, die „Amerikanisierung“ der deutschen Gesellschaft zu „zügeln“. Die Autorin zeichnet anhand der regionalen Befunde gesamtgesellschaftliche Entwicklungen der 1950er-Jahre nach und zeigt, in welchem Maße der Antisemitismus, aber auch das Aufeinanderprallen von deutschen und amerikanischen Formen des Rassismus die Debatten um die amerikanische Präsenz bestimmten.

24,95 €*
Vom Kreuz zum Hakenkreuz

Die Bekenntnisschrift "Leben aus Führung" des Nationalprotestanten Richard Hoffmann

Neue Beiträge zur Geistesgeschichte, Band 6

Der aus preußisch-konservativer Familie stammende Artillerieoffizier Richard Hoffmann, Jahrgang 1877, verheiratet mit einer Ururenkelin Moses Mendelssohns, wechselte nach dem Ersten Weltkrieg den Beruf und wurde Landpfarrer. Schon früh schlug sein Herz für den Nationalsozialismus. Mit dem 30. Januar 1933, dem Tag der "Machtergreifung", sah er "eine Gottesstunde" angebrochen: Nach langer Schmach und Not wurde den Deutschen der Führer "geschenkt". Aufgabe der Kirche sei es nun, ihre innere Einheit wieder zu finden und dem Nationalsozialismus das Christentum zu bringen. Solche Bekenntnisse schrieb der fromme Lutheraner 1934 in "Leben aus Führung" nieder. Herbert Hoffmann-Loss, Enkel von Richard Hoffmann, hat diese Bekenntnisschrift seines Großvaters wiederentdeckt und stellt sie kritisch kommentiert vor. Das Dokument zeigt exemplarisch, weshalb große Teile des konservativ-protestantischen Bürgertums den Nationalsozialismus und selbst die schon offenkundigen nationalsozialistischen Verbrechen in den ersten Jahren des "Dritten Reiches" begrüßten.

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/ / Geopolitik

Grenzgänge im Zeitgeist Band 1.1: 1890 bis 1945 Band 1.2: 1945 bis zur Gegenwart

Neue Beiträge zur Geistesgeschichte, Band 1

In den vorliegenden beiden Bänden wird die Geopolitik sowohl in ihren historischen als auch ihren geographischen und politikwissenschaftlichen Bezügen untersucht. Die Beiträge des ersten Bandes befassen sich mit der Zeit von 1890 bis zum Zweiten Weltkrieg, wobei insbesondere auf die Ursprünge, Erscheinungsformen und die schließliche Diskreditierung der Geopolitik durch den Nationalsozialismus eingegangen wird. Die Beiträge des zweiten Bandes beschäftigen sich mit den Debatten um die Geopolitik, die nach 1945 geführt wurden und gehen der Frage nach, ob in der Gegenwart geopolitisches Denken noch eine Rolle spielt.

39,80 €*
/ / / Konzentrationslager Oranienburg

Augenzeugenberichte aus dem Jahre 1933

Gerhart Seger, Reichstagsabgeordneter der SPD Max Abraham, Prediger aus Rathenow Neu herausgegeben von Irene A. Diekmann und Klaus Wettig. Im März 1933 weitete die SA ihren Terror gegen Gegner der Nationalsozialisten aus. Der Reichstagsbrand vom 27./28. Februar, der Wahlsieg der NSDAP am 5. März 1933 wurden zum Ausschalten der Kritiker genutzt. Die "illegale" Verhaftungspraxis breitete sich aus - von der staatlichen Polizei geduldet und sogar unterstützt. Opfer waren Sozialdemokraten, Kommunisten, Juden, auch bürgerliche Gegner der Nazis. Die große Zahl der Verhafteten führte sehr bald zu Sammellagern der SA, die als "Konzentrationslager" für die terroristische Behandlung der Nazi-Gegner sorgen sollten. Zu den ersten Konzentrationslagern der SA gehörte "Oranienburg", wo gleichzeitig der SPD- Reichstagsabgeordnete Gerhart Seger und der jüdische Prediger Max Abraham eingeliefert wurden. Beide erlebten die ersten Monate des Terrors, beide konnten noch 1933 fliehen, beide veröffentlichten Anfang 1934 in der Tschechoslowakei ihre Augenzeugenberichte. Während der Bericht Segers eine weltweite Verbreitung fand, erreichte Abraham nur wenige Leser. Erst vor kurzem wurde sein Bericht wieder entdeckt. Segers Bericht wurde zu einer Quelle für Anna Seghers Roman "Das siebte Kreuz".

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/ / Der Orient im Okzident

Sichtweisen und Beeinflussungen

Neue Beiträge zur Geistesgeschichte, Band 3

Der vorliegende Band dokumentiert die Ergebnisse der 44. Jahrestagung der Gesellschaft für Geistesgeschichte, die unter dem Thema "Der Orient im Okzident - Sichtweisen und Beeinflussungen" im Herbst 2002 in Potsdam stattfand. Im Mittelpunkt stehen Erörterungen, die den Wegen des Nehmens und Gebens zwischen den Völkern und Kulturen nachgingen, die den Ursachen und Wirkungen dieses Austausches folgten und bekannt machten mit den jeweiligen Bildern des Anderen, den Denk- und Rezeptionsweisen sowie den wechselseitigen Einflüssen auf den jeweiligen Kulturkreis. Die Beiträge beschäftigen sich sowohl mit historischen und politischen als auch theologischen, literaturwissenschaftlichen und pädagogischen Fragestellungen und reflektieren den neuesten Forschungsstand.

35,00 €*
/ / Ein neues Judentum in Deutschland?

Fremd- und Eigenbilder der russisch-jüdischen Einwanderer

Neue Beiträge zur Geistesgeschichte, Band 2

Die vorliegende Untersuchung analysiert die soziale, religiöse und kulturelle Integrationsproblematik der russisch-jüdischen Einwanderer aus der Wahrnehmungsebene von Eigen- und Fremdbildern der Betroffenen. 57 Prozent der Befragten glauben, dass ihre Hauptprobleme noch nicht bewältigt sind - 23 Prozent haben bereits resigniert und erachten ihre Schwierigkeiten in Deutschland als "unüberwindlich".

25,00 €*