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Bose, Günter Karl
Günter Karl Bose, 1951 geboren, studierte Germanistik und Politikwissenschaft in Freiburg i. Br., war von 1980 bis 1995 Verleger in Berlin (Brinkmann & Bose) und von 1993 bis 2018 Professor für Typografie und Leiter des Instituts für Buchkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seit Anfang der 1980er-Jahre ist er als Gestalter tätig. Seine grafischen Arbeiten sind in Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt worden und finden sich in den Sammlungen des Centre Pompidou, Paris, der Kunstbibliothek Berlin, des Museum für Gestaltung in Zürich, des Folkwang-Museum Essen und des Museum Angewandte Kunst in Frankfurt a. M. Er hat zahlreiche medien- und kulturwissenschaftliche Studien verfasst. Zuletzt erschien 2020 der Essayband Elementum. Über Typografie, Bücher und Buchstaben.
Neu
Der Stadtpark Schöneberg

Mit einem Essay von Peter Güttler

„Von Tempelhof kommt einen bergigen Weg den Bahnübergang her die Tram zwischen Güterbahnhof und Müllabfuhrschuppen gefahren. Sie bringt uns schnell ans andere Ende von Schöneberg, an die tiefe Mulde des Stadtparks. In dem könnte man im Notfall das Lied vom verliebten ‚Schöneberg im Monat Mai‘ lokalisieren, was in den übrigen Teilen dieses Orts mit dem verheißungsvollen Namen kaum möglich ist.“ Franz Hessel, Spazieren in Berlin (1929) Seit 1912 lädt das Ensemble des Schöneberger Stadtparks zum Verweilen ein und behauptet sich als eine der schönsten Parkanlagen der Stadt. Franz Hessel, den im nahen Bayerischen Viertel lebenden Flaneur und Schriftsteller, wird man in den 1920er-Jahren öfter auf den Wegen des Parks begegnet sein. Um diese Zeit fand Carl Zuckmayer eine kleine Dachwohnung in einem der Häuser am Park. Für Helmut Neustädter (Newton) blieb der Park eng verwoben mit den Erinnerungen an seine Schöneberger Kindheit. Ein nur idyllischer Ort war der Stadtpark jedoch nicht. Als Marcel Reich-Ranicki hier der Freundin Angelika Hurwicz aus Heines Buch der Lieder vorlas, standen dort schon Bänke mit der Aufschrift „Nicht für Juden“. 1945 fielen auch auf den Stadtpark Bomben. „… sich abfinden und gelegentlich auf Wasser sehen“, notierte 1947 resigniert Gottfried Benn, der im Park Entspannung suchte. Günter Karl Bose legt die erste Monografie über den Stadtpark Schöneberg vor, der offiziell seit 1963 Rudolph-Wilde-Park heißt. Über dessen Baugeschichte unterrichtet ein Essay des Architekturhistorikers Peter Güttler, der wie Bose seit Jahrzehnten in der Nähe des Parks lebt und arbeitet. Neben historischen, zum Teil unveröffentlichten Bildern finden sich zahlreiche Fotos, die von Günter Karl Bose in den zurückliegenden Jahren aufgenommen wurden. Es sind Ansichten einer in wechselndem Licht und Wetter immer wieder neu erfahrbaren urbanen Landschaft, die bis heute den Charme ihrer ursprünglichen Anlage bewahrt hat.

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"… als geborener Märker und Kind vom Lande"

Richard Dehmel, Kremmen und die Mark

Frankfurter Buntbücher 64

August Strindberg nannte ihn einmal bewundernd einen „wilden Mann“. Frank Wedekind schickte 1913 zum 50. Geburtstag „dem größten lebenden deutschen Dichter“ die herzlichsten Glückwünsche. 2020, zum hundertsten Todestag desselben Richard Dehmel, findet sich in den deutschen Feuilletons kaum mehr eine Zeile der Erinnerung. Von den schon 1909 in zehn Bänden vorliegenden Gesammelten Werken ist wenig geblieben. Lange hatten Dehmels Gedichte zum Kanon der deutschen Lesebücher gehört, heute sind auch die bekanntesten daraus verschwunden. Wenn allerdings Musik der Avantgarde vom Anfang des 20. Jahrhunderts erklingt, Werke von Arnold Schönberg, Anton Webern oder Richard Strauss, sind nicht selten auch Verse Richard Dehmels zu hören. Verklärte Nacht, Schönbergs berühmtes Streichsextett Op. 4, ist von Dehmels gleichnamigen Gedicht inspiriert. Die Verse aus dessen epischer Dichtung Zwei Menschen stehen der Partitur voran. Richard Dehmel hat einer ganzen Generation das Feld der Moderne eröffnet. Thomas Mann schickte ihm seine erste Novelle zur Kritik. Schließlich ist Dehmels Werk buchstäblich von den jungen Bewunderern überschrieben worden. Der 1863 in dem kleinen märkischen Dorf Hermsdorf (Münchehofe) geborene Richard Dehmel, wuchs in Kremmen auf, besuchte in Berlin das Gymnasium, machte in Danzig Abitur, promovierte nach einem Studium der Ökonomie in Leipzig, arbeitete, bis er als freier Schriftsteller leben konnte, als Angestellter in der Versicherungswirtschaft. Er war zweimal verheiratet, häufig unglücklich verliebt, Vater dreier Kinder. Schon vor dem Ersten Weltkrieg hat er Berlin verlassen, und zog, nun ein berühmter Mann, mit seiner zweiten Frau Ida Dehmel nach Hamburg. Sein Haus in Blankenese, einst von reichen Gönnern dem Dichter geschenkt, kann nach seiner Restaurierung als „Gesamtkunstwerk“ von Richard und Ida Dehmels Hand besichtigt werden. Die Mark, das Forsthaus in Kremmen, in dem Richard Dehmel aufwuchs, haben reiche Spuren in seinem Werk hinterlassen. Sie freizulegen ist Ziel dieser biografischen Skizze, die erstmals quellenkritisch von Dehmels Jugend in der Mark, seinen literarischen Anfängen und der Bohème der 1890er Jahre in Berlin erzählt.

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