Braun, Jutta
Dr. Jutta Braun ist Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Zeitgeschichte des Sports der Universität Potsdam. Sie hat unter anderem zur Justizgeschichte der DDR, zu den deutsch-deutschen Sportbeziehungen und zum Fußball in der DDR publiziert.

/ Berlin '36

Der Film: Berlin 36 – Die wahre Geschichte einer Siegerin im Kino ab 10. September 2009 Das Buch: 1936: Die USA drohen, die Olympischen Spiele in Berlin zu boykottieren, sollten im deutschen Olympia-Kader keine jüdischen Sportler vertreten sein. Deshalb wird die Jüdin Gretel Bergmann, die überragende Hochspringerin dieser Zeit, in die deutsche Mannschaft aufgenommen. Um zu verhindern, dass ausgerechnet sie die Goldmedaille im Hochsprung gewinnt, schicken die Nationalsozialisten eine unbekannte Konkurrentin ins Rennen. Das pikante Detail: Diese ist eigentlich ein Mann. Während der Wettkampf-Vorbereitungen entwickelt sich zwischen den beiden Rivalinnen eine vorsichtige Freundschaft. Am Ende muss sich zeigen, ob diese Freundschaft stärker ist als der Druck der Nationalsozialisten oder der sportliche Ehrgeiz ... Die auf Tatsachen beruhende Geschichte der jüdischen Spitzensportlerin Gretel Bergmann hat Regisseur Kaspar Heidelbach in einem Film über die Freundschaft unter schwierigen politischen Bedingungen umgesetzt. Gretel Bergmann und Marie Ketteler (Name für den Film verändert) könnten unterschiedlicher nicht sein: Marie, die aus einfachen Verhältnissen stammt und von der Mutter gezwungen wird, als Mädchen aufzuwachsen – und Gretel, Tochter eines Fabrikanten. Beide sind auf unterschiedliche Weise Außenseiter in dieser Gesellschaft – beide werden von der nationalsozialistischen Führung für Propagandazwecke missbraucht. Neben Karoline Herfurth (Das Parfum, Im Winter ein Jahr) als Gretel Bergmann und Sebastian Urzendowsky (Die Fälscher, Anonyma) in der Rolle der Marie komplettieren Axel Prahl und August Zirner das hochkarätige Schauspieler-Ensemble. Das Buch zum Film ordnet die Geschichte der Gretel Bergmann in die Situation des jüdischen Sports im „Dritten Reich“ und insbesondere in die propagandistisch aufgeheizte Zeit der Olympischen Spiele 1936 ein. Historische Originaldokumente und -fotos werden durch Aufnahmen aus dem Film und Interviews mit Gretel Bergmann und den Darstellern ergänzt.

14,90 €*
/ / Vergessene Rekorde

Jüdische Leichtathletinnen vor und nach 1933

Sie waren bekannte Leichtathletinnen, stellten deutsche, internationale und zum Teil sogar Weltrekorde in den Disziplinen Speerwurf, Diskus, Kugelstoßen, Sprint und Hochsprung auf: Lilli Henoch, Martha Jacob und Gretel Bergmann. Trotz sportlicher und sozialer Anerkennung mussten sie ihre Sportvereine als Jüdinnen im Jahre 1933 verlassen, konnten jedoch zunächst ihre Sportkarrieren in jüdischen Sportvereinen fortsetzen. Nach den Olympischen Spielen 1936 nahmen Drangsalierung und Judenhetze immer mehr zu, und nach den Pogromen im November 1938 wurden schließlich alle jüdischen Sportvereine und -verbände aufgelöst. Von den Lebenswegen der drei jüdischen Leichtathletinnen ausgehend, gibt der Band einen Überblick über die Situation jüdischer Sportlerinnen und Sportler in der Weimarer Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus. Beiträge zur jüdischen Sportfotografie, zur Erinnerungskultur im deutschen Sport, zum jüdischen Sportleben in der Reichshauptstadt und zum olympischen Hochsprungdrama von Berlin 1936 runden das Bild eines überraschend aktiven und lebendigen jüdischen Sportlebens vor und nach 1933 ab. Die Schicksale von Lilli Henoch, Martha Jacob und Gretel Bergmann stehen dabei exemplarisch für die systematische Zerschlagung und Verfolgung jüdischen Lebens während des NS-Regimes.

16,90 €*