Weckel, Petra
Dr. Petra Weckel, 1965 geboren, war nach dem Studium der Politikwissenschaft, Kunstgeschichte und Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Hamburg zunächst beim Südwestfunk Baden-Baden tätig. Sie baute den Bereich Fundraising und Sponsoring am Deutschen Theater Berlin auf, leitete das Begabtenförderwerk der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, war Verwaltungsdirektorin der Stadttheater Gießen GmbH und leitet den Aufbaustab des Ludwig Erhard Zentrums Fürth.

/ Fluchtlinien

Interview von Sybil D. Hast, herausgegeben und aus dem Englischen übersetzt von Petra Weckel Mit einem Geleitwort von Guy Stern

Schriftenreihe der Wilhelm-Fraenger-Stiftung Potsdam, 1

Stephen S. Kaysers Lebensweg ist ganz wesentlich von seiner Kindheit im jüdisch verwurzelten Elternhaus während der Kaiserzeit, der Weimarer Republik bis ins Dritte Reich geprägt. Die kulturellen Institutionen seiner Heimatstadt Karlsruhe, besonders die Oper, aber auch die Kunstsammlungen und Bibliotheken regen früh seine kunsthistorischen Sinne an. Seine familiäre Abstammung wie auch seine Freimauerei zwingen ihn unter den Nazis gemeinsam mit seiner jüdischen Frau, der Mannheimer Malerin Louise Kayser-Darmstädter, in die Emigration über die Tschechoslowakei in die USA. Hier kann er endlich seine vielen Begabungen entfalten. Musikalisch und literarisch geprägt, erzogen durch die konzentrierte Betrachtung bildender Kunst und das frühe Studium musikalischer Dramen, durch seine journalistische Tätigkeit geübt in der kritischen Reflexion der Künste wird er ein begnadeter Lehrer. Als Professor der University of California in Los Angeles hat er Generationen von Studierenden gelehrt, die Kunst ganzheitlich, gattungsübergreifend zu betrachten. Und besonders die Einrichtung und Leitung der jüdischen Museums in New York, in dem er an die 80 Ausstellungen kuratierte, war wegweisend für den Umgang mit jüdischer sakraler und paganer Kunst und deren Präsentation. Sein Leben und Werk sind Beispiel für die ausgesprochen erfolgreiche Biografie eines Menschen, der sich in ein Land rettet, dessen Sprache er zunächst nicht spricht.

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Wilhelm Fraenger (1890-1964)

Ein subversiver Kulturwissenschaftler zwischen den Systemen

Schriften des Wilhelm-Fraenger-Instituts Potsdam, Band 1

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