Rehfeld, Hans-Jürgen
Hans-Jürgen Rehfeld, 1948 geboren, war nach dem Studium an der Fachschule für Bibliothekare in Leipzig und an der Humboldt-Universität zu Berlin in Kultureinrichtungen in Frankfurt (Oder) tätig, u. a. in der Stadt- und Bezirksbibliothek, im Stadtarchiv, im Haus der Künste und im Kleist-Museum. Von 2006 bis 2016 war er Mitherausgeber der Frankfurter Buntbücher.
Er ist Autor der Buntbücher zu Benn, Klabund, Sudermann und Franz Alexander von Kleist.
Der Spaziergänger von Rathenow

Joachim Christian Blum (1739–1790)

Frankfurter Buntbücher 68

Der Rathenower Lyriker und Dramatiker Joachim Christian Blum (1739–1790) gehört zu den nahezu vergessenen Autoren der Mark Brandenburg. Mit seinen Gedichten, in denen neben geistlichen und moralischen Themen anakreontische Motive dominieren, blieb Blum dem Rokoko verhaftet. Doch mit den Spatziergängen (1774) und den Reden (1777) trat er als Vertreter der Aufklärung in Brandenburg-Preußen in Erscheinung. Sein Schauspiel Das befreyte Ratenau (1775) erlebte zahlreiche Aufführungen in Berlin.

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Teufelspuppen und brennende Perücken, Magnetiseure, Hüpf- und Schwungmeister

E.T.A. Hoffmann in Berlin

Frankfurter Buntbücher 57

E.T.A. Hoffmann war Beamter, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Karikaturist und Schriftsteller, war Königsberger, Bamberger und Berliner. Hier avancierte er zum erfolgreichen Schriftsteller und einflussreichen Juristen. Hier fand er Reibung und Anreiz, Spannung und Herausforderung und einen Freundeskreis, mit dem er zahlreiche Nächte bei „Lutter & Wegner“ zubrachte. Jörg Petzel folgt den Spuren des Berliner Kammergerichtsrates, der ein Doppelleben als Geisterseher und Künstler führte.

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Achim von Arnim auf Wiepersdorf

Frankfurter Buntbücher 58

Im Frühjahr 1814 übersiedelten Achim von Arnim und seine Frau Bettina mit den Kindern nach Wiepersdorf und übernahmen die Bewirtschaftung des Gutes. Während Bettina nach drei Jahren nach Berlin zurückkehrte, blieb Achim von Arnim bis zu seinem frühen Tode in Wiepersdorf. „Ich bedarf körperlicher Tätigkeit, um mich auch geistig tätig zu erhalten“, schrieb er. Holger Schwinn beschreibt die Doppelexistenz Achim von Arnims als Dichter und Gutsherr auf Wiepersdorf.

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„Da stehn die Häuser, und lassen in sich hausen ...“

Kurt Tucholskys Wohnorte in Berlin

Frankfurter Buntbücher 56

Kurt Tucholsky (1890-1935), obwohl ein Berliner Großstadtkind, suchte zeitlebens Orte der Abgeschiedenheit, die ihm ein Gleichmaß des Arbeitens versprachen und doch Freiraum für die in seinen Augen wichtigen Dinge des Lebens boten. Auf den ersten Blick mag das verwundern, war er doch immer mittendrin in den Geschehnissen der Zeit, die ihm Material für seine Satiren, Polemiken und Kritiken lieferten - die meisten Themen fand er auf den Straßen, in den Gerichtssälen und Beamtenstuben ebenso wie in überfüllten Straßenbahnen, Theatern und Cabarets, beim Arztbesuch, in der Nachbarschaft oder im Zoologischen Garten. Doch war er auch ein Konservator urbaner Lebensgefühle, die er in seinen Texten literarisch festgehalten und sowohl melancholisch wie auch komisch-heiter beschrieben hat. Die Autorin zeigt, wo Kurt Tucholsky in Berlin gelebt hat und wie er dem Facettenreichtum des widersprüchlichen und temporeichen Metropolendaseins mit Hilfe seiner pseudonymen Mitarbeiter Peter Panter, Theobald Tiger, Kaspar Hauser und Ignaz Wrobel beizukommen suchte.

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Adelbert von Chamisso in Cunersdorf

Frankfurter Buntbücher 55

„Ich habe keine andre Uhr, keinen andern Kalender, als die Blumen“, schrieb Adelbert von Chamisso (1781–1838) an seinen Freund und späteren Biografen Julius Eduard Hitzig 1813 aus Cunersdorf im Oderbruch. Als Gast der Familie von Itzenplitz konnte sich Chamisso hier als Naturforscher und als Dichter erproben: Peter Schlemihl’s wundersame Geschichte entstand im Gleichklang mit der Natur und angeregt von der Vielfalt und Stille des Ortes sowie der gelehrten Geselligkeit, die sich in Cunersdorf traf. Unter Auswertung des Nachlasses Adelbert von Chamissos in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz beschreibt die Autorin den Sommer und Herbst 1813 in Cunersdorf und setzt 200 Jahre nach der Erstausgabe des Peter Schlemihl dem Entstehungsort dieses weltberühmten Märchens ein Denkmal.

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Hanns Meinke in Lichtenow

Frankfurter Buntbücher 54

Hanns Meinke (1884–1974) verbrachte in Lichtenow bei Rüdersdorf vor den Toren Berlins einen Großteil seiner Kindheit und Jugend. Hier kam er mit der Poesie in Berührung und wurde selbst zum Dichter, bewegte sich allerdings literarisch immer am Rande des Geschehens, der Literaturmarkt interessierte ihn ebenso wenig wie Politik und Gesellschaft. Durch sein Interesse an Charles Baudelaire wurde Meinke auf Stefan George aufmerksam, auf dem Schullehrer-Seminar in Neuzelle lernte er den ebenfalls mit George bekannten Rudolf Pannwitz kennen. Dieser führte ihn in den Kreis um die literarische Zeitschrift Charon ein, in der von 1905 bis 1911 über einhundert Gedichte.

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Ein Freund der unbefestigten Wege

John Heartfield in Waldsieversdorf (1953 bis 1968)

Frankfurter Buntbücher 52

John Heartfield gilt als Meister der Fotomontage, dessen Buchumschläge und gebrauchsgrafischen Arbeiten für den Malik-Verlag und die Arbeiter-Illustrierte-Zeitung von Bertolt Brecht als "Blätter eines großen Satirikers" bezeichnet wurden. Doch der Mensch John Heartfield, als Hellmuth Joseph Herzfeld, 1891 in Schmargendorf (Teltow) geboren, scheint hinter seinem Lebenswerk verschwunden. In dem neuen Frankfurter Buntbuch von Michael Krejsa steht die Person Heartfield im Mittelpunkt, die vor genau sechzig Jahren erstmals in die Märkische Schweiz kam. 1957 hatte sich Heartfield in Waldsieversdorf, nicht weit von Berlin entfernt, ein Grundstück gekauft. Ermuntert dazu hatte ihn sein Freund Bertolt Brecht, der im nahen Buckow selbst ein Sommerhaus bewohnte und die Vorzüge der brandenburgischen Landschaft zu schätzen wußte. In Waldsieversdorf schuf sich John Heartfield eine Sommeridylle, die ihm nach langen Jahren der Verfolgung und Unsicherheit in seinem letzten Lebensjahrzehnt zum Refugium wurde.

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Mein Traumgehäuse

Johannes R. Becher in Bad Saarow (1948 bis 1958)

Frankfurter Buntbücher 51

„Ein Haus, geräumig-klein, ein Traumgehäuse, sanft hingelehnt an den Scharmützelsee ...“ dichtete Johannes R. Becher in seinem Sommersitz Bad Saarow, in dem bereits vor dem Zweiten Weltkrieg Prominente wie Max Schmeling, Anny Ondra, Harry Liedtke und Käthe Dorsch ihre Refugien hatten. Von 1948 bis zu seinem Tod im Oktober 1958 nutzte Becher das auch für damalige Verhältnisse bescheidene Wassergrundstück als von Berlin aus schnell erreichbaren Ruhepunkt. Auf der Terrasse mit Seeblick trafen sich Dichterfreunde und politische Weggefährten wie Willy Bredel, Günther Weisenborn, Hans Lorbeer, Alexander Abusch und Erich Wendt. Auf Wunsch Lilly Bechers 1981 gegründet, existierte die Becher-Gedenkstätte im Ortsteil Saarow-Strand bis Anfang der 1990er Jahre. Danach wurde sie aufgelöst, das Grundstück verkauft.

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Im Haus der sieben Wälder

Lola Landau und Armin T. Wegner in Neuglobsow

Frankfurter Buntbücher 49

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Auf einem Berg aus Sand wohne ich

Henryk Bereska und das märkische Kolberg

Frankfurter Buntbücher 50

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