Ludewig, Anna-Dorothea
Anna-Dorothea Ludewig ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere Geschichte II (Schwerpunkt deutsch-jüdische Geschichte) an der Universität Potsdam.

/ Eine Debatte ohne Ende?

Raubkunst und Restitution im deutschsprachigen Raum

Kunstwerke, die in der Zeit des Nationalsozialismus beschlagnahmt wurden oder unter Druck verkauft werden mussten, sind nach der "Washingtoner Erklärung" von 1998 den einstigen Eigentümern beziehungsweise deren Erben zurückzuerstatten. Zu heftigen Auseinandersetzungen führte jüngst die Restitution von Ernst Ludwig Kirchners "Berliner Straßenszene". Das Bild, das bis 2006 im Berliner Brücke Museum hing, wurde an die Erben der ursprünglichen Eigentümerfamilie zurückgegeben. Die Debatte über die Rechtmäßigkeit der Rückgabe dauert an, ein Ende des Streits ist nicht abzusehen. Die Autorinnen und Autoren des Sammelbandes versuchen mit ihren Beiträgen, den Streit zu versachlichen. Sie unterbreiten Vorschläge, wie man künftig einerseits den Ansprüchen der Erben und andererseits den Interessen der Museen gerecht werden kann. Die Beiträge reichen von Aspekten der Restitutionsdebatte in den deutschen Medien über die Rolle der USA bei der Restitution von Kunstwerken und eine vergleichende Bestandsaufnahme, die den Blick auf die EU-Ebene und die Schweiz richtet, bis hin zu praktischen Problemen im Kunsthandel, in Museen und in Bibliotheken.

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