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Das Berliner Schloss

Geschichten aus fünf Jahrhunderten

Herausgegeben von Felix Müller

Ausstattung: Hardcover

Seitenzahl: 160

Illustrationen: 93

Format: 225 mm x 210 mm

ISBN: 978-3-947215-89-8

19,90 €*

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Ein Fluss, eine Insel, ein Damm mit Mühlen, ein Markt, ein Kloster. Das reichte den Brandenburger Markgrafen, um genau hier ihre Residenz zu errichten. Sumpf und Sand waren kein Hindernis, die Bürger Berlins und Cöllns aber anfangs wenig erfreut. Vor 577 Jahren wurde der erste Stein vom „newen Sloß zu Cöln“ an der Spree gelegt. Selbstbewusst nannten es die Bauherren „Schloss“, obwohl es zunächst nicht viel mehr als eine befestigte Burg war. Doch dabei blieb es nicht. Aus der Burg wurde ein Renaissanceschloss, das bald, um neue Flügel und Höfe erweitert, von Schlüter zum berühmten Barockbau umgebaut wurde. Im Norden entstand ein Lustgarten, im Süden ein Platz für Feste und Spiele. Und eine Prachtstraße erweiterte den Schlossbezirk nach Westen.
Seit mehr als 500 Jahren wird diskutiert, ob das Schloss zur Stadt gehört oder die Stadt zum Schloss. In dem Maße, in dem Berlin wuchs, sich veränderte und ständig neu erfand, wandelte sich auch das Schloss mitsamt seinen Bewohnern. Ein König zog ein, ein Kaiser zog aus. Vom Balkon aus konnte man Revolutionären winken und Bauarbeiter dabei beobachten, wie sie Schinkels Altes Museum errichteten. Durch die Portale fuhren Pferdegespanne. Auswärtige Besucher lösten ein Ticket beim Kastellan, um die Bibliothek und die Kunstkammern zu besichtigen. Und die Berliner holten sich bei einer der vielen Behörden Gewerbegenehmigungen, lauschten einem Konzert der Hofkapelle oder waren gar zu einem Hofball geladen.
Das Berliner Schloss wurde umgebaut und erweitert, verschmäht und geschmückt, abgerissen und wiederaufgebaut – während sich in seinem Innern und vor seinen Türen zu allen Zeiten menschliche Dramen abspielten. Das Buch stützt sich auf die Zeugnisse der Zeitgenossen und auf die Urteile der Nachgeborenen. Es lässt fünf Jahrhunderte Schritt für Schritt Revue passieren und macht mit vielen Fundstücken und Kuriositäten die preußische Vergangenheit wie auch die Berliner Stadtgeschichte lebendig.


Pressestimmen

Das Schloss lag nicht in Berlin - Berlin war das Schloss.
Wolf Jobst Siedler
Die[se] Vielfalt der Nutzung des Berliner Schlosses [...] haben Utta Raifer und Ulli Kulke in kurzen Kapiteln ihres gerade im Verlag für Berlin-Brandenburg erschienenen Buches nachgezeichnet.
Harald Asel, rbb Inforadio
Die mit zahlreichen Abbildungen angereicherte Publikation lässt ein bedeutendes Stück Stadtgeschichte auf unterhaltsamste Weise Revue passieren.
Marc Lippuner, mein/4

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  • Berlin zwischen zwei Buchdeckeln: "Vom Stadtschloss zum Humboldt Forum", in: Stadtmagazin mein/4, Juni - August 2021
  • Harald Tews: "Wo die Weiße Frau spukte. Neue Bücher erzählen Geschichten über das Berliner Schloss und informieren über dessen Rekonstruierung", in: Preußische Allgemeine Zeitung, 11. Dezember 2020
  • Andreas Conrad: "Neues zum Schloss", in: Der Tagesspiegel, 10. Dezember 2020
  • Adventskalender: "Das Berliner Schloss", in: MITTE bitte!, 12. Dezember 2020
  • Dies & Das: "Ein Schloss mit Geschichte(n)", in: mein/4, Dezember 2020
  • Harald Asel: "Die Schlacht am Weißen Berg bei Prag", in: rbb Inforadio, 7. November 2020 (Schloss ab Min. 11:20)
  • Silvia Möller: "Fundstücke und Kuriositäten", in: Berliner Woche, 28. Oktober 2020
  • Felix Müller: "Berliner Schloss. Ein neues Buch erzählt seine Geschichte", in: Berliner Morgenpost, 10. Oktober 2020


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Tipp
Des Kaisers Nachmieter

Das Berliner Schloss zwischen Revolution und Abriss

Hohenzollernresidenz war das Berliner Schloss nur bis zur Revolution im November 1918. Karl Liebknecht erklärte es zu Volkseigentum, Preußen verstaatlichte es: Es war nun das Schloss der Republik. Die Zofen zogen aus, Kultur und Wissenschaft zogen ein. Und mit ihnen tauchte ein neuer Typus Frau auf: meist Akademikerinnen der ersten Generation, oft jüdisch, nicht selten aus dem Ausland. Christian Walther wirft einen völlig neuen Blick auf Leben und Treiben im Schloss und zeigt, dass es zu Zeiten der Weimarer Republik zu einem Zentrum von Wissenschaft und Kultur wurde: Kunstgewerbemuseum, Museum für Leibesübungen, Deutscher Akademischer Austauschdienst, Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft – sie alle hatten ihren Sitz im Schloss. Der Schlüterhof wurde zur Kulisse festlicher Freiluftkonzerte, die Schlossküche zur Mensa. In den ehemaligen Silberkammern organisierte die Deutsche Kunstgemeinschaft, unterstützt von Max Beckmann und Käthe Kollwitz, Verkaufsausstellungen für den kleineren Geldbeutel. Am Ende, in der noch jungen DDR, propagierte Karl Liebknechts Neffe Kurt 1950 den Abriss des schwer kriegsbeschädigten, aber bei weitem nicht irreparabel zerstörten Schlosses – doch vieles spricht dafür, dass er dabei gegen seine innerste Überzeugung handelte. Im Mittelpunkt des Buches aber stehen neun Frauen – von der Physikerin Lise Meitner und der Reichstagsabgeordneten Marie Elisabeth Lüders bis zur Schlösserdirektorin Margarete Kühn und der Fotografin Eva Kemlein –, bekanntere und weniger bekannte, deren Lebenswege dieses Schloss kreuzten und den fundamentalen Wandel seiner Funktion illustrieren.

25,00 €*