Des Kaisers Nachmieter

Das Berliner Schloss zwischen Revolution und Abriss

Ausstattung: Hardcover

Seitenzahl: 184

Illustrationen: 151

Format: 225 mm x 210 mm

ISBN: 978-3-947215-28-7

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Veranstaltungen

Dienstag, 28. September 2021, 20:00 Uhr
Des Kaisers Nachmieter - Das Berliner Schloss zwischen Revolution und Abriss
Buchvorstellung mit Christian Walther
Ort: Der Zauberberg, Bundesallee 133, 12161 Berlin
Anmeldung unter 56 73 90 91 oder per E-Mail 

Vergangene Veranstaltungen
30.8.2021 Nicolaische Buchhandlung Berlin-Friedenau, mit Renate Künast (online)
5.8.2021 taz talk mit Petra Pau
15.7.2021 Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. (online)

Hohenzollernresidenz war das Berliner Schloss nur bis zur Revolution im November 1918. Karl Liebknecht erklärte es zu Volkseigentum, Preußen verstaatlichte es: Es war nun das Schloss der Republik. Die Zofen zogen aus, Kultur und Wissenschaft zogen ein. Und mit ihnen tauchte ein neuer Typus Frau auf: meist Akademikerinnen der ersten Generation, oft jüdisch, nicht selten aus dem Ausland.
Christian Walther wirft einen völlig neuen Blick auf Leben und Treiben im Schloss und zeigt, dass es zu Zeiten der Weimarer Republik zu einem Zentrum von Wissenschaft und Kultur wurde: Kunstgewerbemuseum, Museum für Leibesübungen, Deutscher Akademischer Austauschdienst, Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft – sie alle hatten ihren Sitz im Schloss. Der Schlüterhof wurde zur Kulisse festlicher Freiluftkonzerte, die Schlossküche zur Mensa. In den ehemaligen Silberkammern organisierte die Deutsche Kunstgemeinschaft, unterstützt von Max Beckmann und Käthe Kollwitz, Verkaufsausstellungen für den kleineren Geldbeutel.
Am Ende, in der noch jungen DDR, propagierte Karl Liebknechts Neffe Kurt 1950 den Abriss des schwer kriegsbeschädigten, aber bei weitem nicht irreparabel zerstörten Schlosses – doch vieles spricht dafür, dass er dabei gegen seine innerste Überzeugung handelte.
Im Mittelpunkt des Buches aber stehen neun Frauen – von der Physikerin Lise Meitner und der Reichstagsabgeordneten Marie Elisabeth Lüders bis zur Schlösserdirektorin Margarete Kühn und der Fotografin Eva Kemlein –, bekanntere und weniger bekannte, deren Lebenswege dieses Schloss kreuzten und den fundamentalen Wandel seiner Funktion illustrieren.

Pressestimmen

Christian Walthers Buch bietet einen ausführlichen Überblick, er erzählt die erstaunlichsten Geschichten dazu und stellt die Menschen vor, die die Gemäuer eroberten. Auffallend viele Frauen übrigens.
Maritta Tkalec, Berliner Zeitung
Der Berliner Journalist Christian Walther hat jetzt im Ergebnis jahrelanger Forschung eine Chronik oder eher eine Erzählung des Schlosses in seiner Spätzeit von der Revolution 1918 bis zur Sprengung 1950 vorgelegt. Dabei wartet er mit neuen, aufregenden Archivfunden auf.
Bernhard Schulz, Der Tagesspiegel
Das mit zeitgenössischen Fotos hervorragend ausgestattete Buch geht chronologisch vor. […] Der Autor beschreibt in glänzend geschriebenen Artikeln die Nutzung des Schlosses durch Institutionen der Republik und privatgesellschaftliche Initiativen: eine bunte Mischung, die sich aus dem schnellen Wandel der Zeiten immer neu ergibt.
Harald Loch, Südkurier
Christian Walther bietet mit seinem Buch den Einblick in eine nur wenig bekannte Epoche der Schlossgeschichte und zeigt auf, dass die Idee des Humboldt Forums an eben jenem Ort für einige Jahre bereits gelebt wurde.
Marc Lippuner, Stadtmagazin mein/4

***

  • Christian Wildt/Vis à vis: "Wie demokratisiert man ein Kaiserschloss, Christian Walther?", in: Inforadio, 24. September 2021
  • Felix Wendler: "Eine schwierige Geburt", in: Weserkurier, 28. August 2021
  • Marion Dammaschke: "Des Kaisers Nachmieter. Neue Publikation befasst sich mit der Geschichte des Berliner Stadtschlosses nach 1918", in: Der Randberliner, 21. August 2021
  • Monika Melchert: "Das Schloss der Republik. Christian Walther hat recherchiert, wer nach dem Kaiser ins Berliner Stadtschloss kam", in: neues deutschland, 23. August 2021
  • Peter Brinkmann: "Wer hat eigentlich im Schloss nach 1918 'gewohnt'?", in: tv.berlin Spezial, 27. Juli 2021
  • Harald Loch: "Vorbild für das Humboldt Forum? Das Berliner Schloss zur Zeit der Weimarer Republik", in: neues deutschland, 22. Juli 2021
  • Monika Grütters: "Rede zur Eröffnung des Humboldt Forums", auf: Im Wortlaut, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 20. Juli 2021
  • Carsten Tesch: "Gespräch über das Berliner Schloss und das Humboldt Forum", in: mdr Kultur, 20. Juli 2021
  • Christina Tilmann: "Bücher zum Humboldt Forum", in: Märkische Oderzeitung, 20. Juli 2021
  • Frank Meyer: "Geschichte des Berliner Schlosses. Christian Walther 'Des Kaisers Nachmieter'", in: rbb Kultur, Der Tag, 19. Juli 2021
  • Maritta Tkalec: "Ort der Emanzipation", in: Berliner Zeitung, 19. Juli 2021
  • Benedikt Schulz: "Die unbekannte Geschichte des Berliner Stadtschlosses", in: Deutschlandfunk, 18. Juli 2021
  • Julia Hubernagel: "Von da an waren die Hohenzollern Geschichte", in: taz, 17. Juli 2021
  • Harald Loch: "Was geschah im Berliner Schloss vor seinem Abriss", in: Südkurier, 12. Juli 2021
  • Katja Kollmann: "Des Kaisers Nachmieter", in: Alex Radio Berlin, 12. Juli 2021 (Wdh. am 26. Juli 2021)
  • Klaus-Dieter Stefan: "Herrenlos. Des Kaisers Nachmieter", in: Lese-Zeichen, Kiez-Magazin, Juli 2021
  • Ortrun Egelkraut: "Des Kaisers Nachmieter im Berliner Schloss", in: Der Tagesspiegel, Sans Souci, 4. Juli 2021
  • Georg Berger: "Des Kaisers Nachmieter im Stadtschloss", rbb Abendschau, 3. Juli 2021
  • Roland Appel: "Kaisers demokratische Nachmieter*innen", in: Beueler-Extradienst, 30. Juni 2021
  • Sigrid Kneist: "In Schöneberg wurde der Widerstand gegen den Schlossabriss koordiniert", in: Der Tagesspiegel, LEUTE Tempelhof- Schöneberg, 22. Juni 2021
  • MB: "Modernes Berlin der Kaiserzeit & Die Zwanziger Jahre in Berlin. Das Schloss der Republik", auf: Berlin1920s, 31. Mai 2021
  • Michael Bienert: "Das Schloss der Republik", auf: text-der-stadt.blog, 31. Mai 2021
  • Berlin zwischen zwei Buchdeckeln: "Vom Stadtschloss zum Humboldt Forum", in: Stadtmagazin mein/4, Juni - August 2021
  • Bernhard Schulz: "Palast der Wissenschaft, Armenküche und Mensa", in: Berliner Tagesspiegel, 29. Mai 2021
  • Einblicke: "Wenn ein Schloss zum Museum wird. Wie die Hohenzollernresidenz zum Zentrum von Wissenschaft und Kultur wurde", in: Berliner Morgenpost, 23. Mai 2021





Thematisch passend

/ / Das Berliner Schloss

Geschichten aus fünf Jahrhunderten

Herausgegeben von Felix Müller

Ein Fluss, eine Insel, ein Damm mit Mühlen, ein Markt, ein Kloster. Das reichte den Brandenburger Markgrafen, um genau hier ihre Residenz zu errichten. Sumpf und Sand waren kein Hindernis, die Bürger Berlins und Cöllns aber anfangs wenig erfreut. Vor 577 Jahren wurde der erste Stein vom „newen Sloß zu Cöln“ an der Spree gelegt. Selbstbewusst nannten es die Bauherren „Schloss“, obwohl es zunächst nicht viel mehr als eine befestigte Burg war. Doch dabei blieb es nicht. Aus der Burg wurde ein Renaissanceschloss, das bald, um neue Flügel und Höfe erweitert, von Schlüter zum berühmten Barockbau umgebaut wurde. Im Norden entstand ein Lustgarten, im Süden ein Platz für Feste und Spiele. Und eine Prachtstraße erweiterte den Schlossbezirk nach Westen. Seit mehr als 500 Jahren wird diskutiert, ob das Schloss zur Stadt gehört oder die Stadt zum Schloss. In dem Maße, in dem Berlin wuchs, sich veränderte und ständig neu erfand, wandelte sich auch das Schloss mitsamt seinen Bewohnern. Ein König zog ein, ein Kaiser zog aus. Vom Balkon aus konnte man Revolutionären winken und Bauarbeiter dabei beobachten, wie sie Schinkels Altes Museum errichteten. Durch die Portale fuhren Pferdegespanne. Auswärtige Besucher lösten ein Ticket beim Kastellan, um die Bibliothek und die Kunstkammern zu besichtigen. Und die Berliner holten sich bei einer der vielen Behörden Gewerbegenehmigungen, lauschten einem Konzert der Hofkapelle oder waren gar zu einem Hofball geladen. Das Berliner Schloss wurde umgebaut und erweitert, verschmäht und geschmückt, abgerissen und wiederaufgebaut – während sich in seinem Innern und vor seinen Türen zu allen Zeiten menschliche Dramen abspielten. Das Buch stützt sich auf die Zeugnisse der Zeitgenossen und auf die Urteile der Nachgeborenen. Es lässt fünf Jahrhunderte Schritt für Schritt Revue passieren und macht mit vielen Fundstücken und Kuriositäten die preußische Vergangenheit wie auch die Berliner Stadtgeschichte lebendig.

19,90 €*