Das kunstseidene Berlin

Irmgard Keuns literarische Schauplätze

Ausstattung: Hardcover mit Schutzumschlag (bedruckt)

Seitenzahl: 200

Format: 225 mm x 210 mm

ISBN: 978-3-947215-85-0

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Veranstaltungen

Do, 25. November 2021
Michael Bienert stellt Irmgard Keuns Berlin in der WABE vor
Ort: DIE WABE, Danziger Str. 101, 10405 Berlin
Details zu Uhrzeit und Aufführung folgen

Mit Romanen über junge, selbstbewusste Frauen, die in der Gesellschaft der Weimarer Republik ihren Weg suchen, machte Irmgard Keun im Berlin der Weltwirtschaftskrise Furore. Die Nationalsozialisten verboten ihre Bücher und vertrieben sie ins Exil. Heute zählt Das kunstseidene Mädchen zu den Klassikern der Berlin-Literatur. Mit großem Sprachwitz schildert der Roman die Odyssee der minderjährigen Doris durch Bars und Betten, Mietskasernen und Luxuswohnungen, Kinos und Bahnhofswartesäle.
Das kunstseidene Berlin stellt erstmals alle Schauplätze mit Fotos, Adressen und Dokumenten vor. In den Blick kommen auch die Kindheitsorte Irmgard Keuns, die in Charlottenburg geboren wurde und in Wilmersdorf zur Schule ging, ehe die Familie nach Köln umzog. Erzählt wird, wie Keun 1931 in Berlin einen Verlag fand, wie sie sich 1933 in einen „nichtarischen“ Charité-Arzt verliebte und versuchte, als unerwünschte Autorin im nationalsozialistischen Deutschland zu überleben. Unbekannte Briefe und Dokumente aus Archiven beleuchten ihre damalige Schreibsituation und ihre Kontakte nach Ost-Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Entdeckungsreise auf den Spuren einer herausragenden Autorin der Moderne streift das Berlin der Kaiserzeit, der Weimarer Republik, der NS-Zeit, der frühen DDR-Jahre – und verliert die Gegenwart nie aus dem Blick.

Mit der Kamera begleitet Leon Buchholz den Autor Michael Bienert in den letzten Tagen vor der Drucklegung seines neuen Buches Das kunstseidene Berlin. Der Buchgestalter Ralph Gabriel und der Verleger André Förster sprechen über das Besondere der Buchreihe Literarische Schauplätze, in der bereits Bücher über Erich Kästner, Bertolt Brecht, Alfred Döblin und E. T. A. Hoffmann erschienen sind. 

Pressestimmen

Seit vielen Jahren bearbeitet der Autor und Stadtführer die literarischen Schauplätze Berlins und bereitet sie in Text-Bildbänden auf. Er ist ein akribischer Rechercheur, nie ist oberflächlich, was er bearbeitet, für jedes Buch geht er in noch so abseitige Archive, gräbt Akten aus, findet unbekannte Fotos, befragt Zeitzeugen.
Annett Gröschner, MOZ
Mit dem Bildband von Michael Bienert kann man phänomenal in Irmgard Keuns tragisches Leben und die Welt ihrer Romane eintauchen sowie bislang unveröffentlichte Keun-Briefe lesen.
Marc Reichwein, Die Welt
Michael Bienert ist für mich derjenige, der das Berlin der Zwanzigerjahre wie kein Zweiter kennt.
Annett Gröschner, Die Literaturagenten von radioeins
So wie Keuns Kunstseidenes Mädchen dem blinden Nachbarn Berlin zeigt, führt Michael Bienert uns Gegenwartsblinde zu den verborgenen literarischen Schichten der Stadt.
Annett Gröschner, Die Literaturagenten von radioeins
Ein Muss für alle Keun-Fans, eine Offenbarung für Berlin-Interessierte.
Erhard Schütz, Der Freitag
Ihrem Buch merkt man die Liebe zum Werk Irmgard Keuns an!
Rosemarie Tuchelt, hr2 Kultur
Wer aber war diese Irmgard Keun? Michael Bienert hat ihr in seinem spannenden, akribisch recherchierten Buch ein Denkmal gesetzt. Er spürt die Schauplätze ihrer Protagonistinnen auf, treibt sich in ihren Kiezen herum und skizziert nebenbei das politische Geschehen jener Zeit.
Hella Kaiser, Der Tagesspiegel
Angereichert ist Bienerts reizvoll gestaltetes Buch mit zahlreichen alten und neuen Fotos, die die Sicht Irmgard Keuns auf das Berlin der späten Weimarer Zeit anschaulich illustriert.
Wilhelm von Sternburg, Frankfurter Rundschau
Michael Bienert ist ein begnadeter Causeur. Ihm auf den Wegen von Irmgard Keun durch das damalige wie heutige Berlin zu folgen, bringt gleichermaßen Unterhaltung, Entdeckerfreude und Wissenszuwachs. Und welches Bildmaterial er zusammengetragen hat, zum Thema passendes wie auch entsprechendes, ist einfach unglaublich.
Klaus Hammer, Literaturkritik.de
Michael Bienert, Sie rekapitulieren in Ihrem Buch zum einen das Leben der jeweiligen AutorInnen, zum anderen die Bezüge zwischen Leben und Werk, und die lokalen und politischen Gegebenheiten, die realen Schauplätze, an denen die literarischen Handlungen spielen. - Fazit: „Sehr attraktive, sehr schöne Mischung.“
Shelly Kupferberg, Deutschlandfunk Kultur, Magazin "Lesart"
Das wurde aber sowas von Zeit. Seit langem beglückt uns Michael Bienert mit seinen buchgewordenen Stadtspaziergängen durch Berlin. Erich Kästner, Alfred Döblin, E. T. A. Hoffmann, Bertolt Brecht: All ihren Spuren ist er gefolgt und hat bild- und textgewaltige Bände daraus gemacht. Der jüngste widmet sich, am Titel leicht zu erraten, Irmgard Keun (1905-1982). Und wieder halten wir mit „Das kunstseidene Berlin“ ein informatives Prachtstück in den Händen.
Barbara Weitzel, Welt am Sonntag
Seit „Kästners Berlin“ (2014) hat Bienert, zusammen mit dem Verleger André Förster, seinen Berlin-Begehungen auch ein Buchformat geschaffen, das der Gleichzeitigkeit von Erzählen und Schauen maximal nahe kommt. Dichte Textkapitel, reich ausgestattet mit historischem und aktuellem Bildmaterial, ermöglichen den stillen Stadtspaziergang – auch bei ganz miesem Wetter und zu Corona-Zeiten.
Bernadette Conrad, Berliner Zeitung
Der hervorragend aufgemachte und reich bestückte Bild-Text-Band, sorgfältig komponiert mit historischen und heutigen Aufnahmen, Plakaten, Detailansichten und biografischen Fundstücken ist eine Freude für alle Sinne und macht Das kunstseidene Berlin zu einem exquisiten Geschenk.
Monika Melchert, neues deutschland
Der opulent ausgestattete Text-Bild-Band des sachkundigen ‚Literaturdetektivs‘ und Berlin-Kenners Michael Bienert lädt seine Leser*innen zu einer Entdeckungsreise ein durch das Berlin Irmgard Keuns, zu ihren wichtigsten Berliner Lebensstationen und zu den Schauplätzen ihrer Romane.
Ronald Schneider, ekz.bibliotheksservice
Berlin-Kenner und Stadtführer Michael Bienert zeigt das weibliche literarische Berlin.
Harald Asel, rbb Inforadio
Michael Bienert erzählt von der Tragik dieser großen Autorin mit selten gewordener Empathie. Er erhebt sich nicht über Irmgard Keun, er benutzt aber auch keinen Weichzeichner, um ihre Ecken und Kanten gefälliger zu machen. Und er hat ein spannendes Buch über Berlin geschrieben. Man sollte sich damit in eine stille Leseecke zurückziehen, die Bücher seiner Protagonistin möglichst griffbereit haben und anschließend auf Stadterkundung gehen.
Wolfgang Brauer, Das Blättchen
Groß-Berlin hat sie [Irmgard Keun] im „Kunstseidenen Mädchen“ ein literarisches Denkmal gesetzt, das jüngst in Babylon-Berlin, der Volker Kutschers Kriminalromanen nachempfundenen TV-Serie, wieder auferweckt wurde. [...] Der literarische Spurensucher Michael Bienert [hat] Irmgard Keuns Berlin jetzt ein Buch gewidmet. Er besucht darin die Berliner Schauplätze ihres Lebens und ihrer Romane.
Utta Raifer, Berliner Morgenpost

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  • Anne Kohlick/Susanne von Oppen: "'Aufregend': Berliner Brecht-Haus ehrt Irmgard Keun - Tochter im Gespräch", in: Deutschlandfunk Kultur, Lesart, 15. Juli 2021
  • Tomas Fitzel: "Literaturforum im Brecht-Haus. Irmgard Keun und das Berlin der Weimarer Republik", in: rbb Kultur Der Tag, 12. Juli 2021
  • Annett Gröschner: "Der Glanz von Berlin", in: Märkische Oderzeitung, 12. Juli 2021
  • Arne Krasting, Else Edelstahl: "Irmgard Keun und das kunstseidene Berlin", in: Goldstaub - Der Zwanziger Jahre Podcast, 12. Juli 2021
  • Einblicke: "In einem Kino, das es nicht mehr gibt. Ein Buch widmet sich den Berliner Spuren der Schriftstellerin Irmgard Keun", in: Berliner Morgenpost, 30. Mai 2021
  • Marc Reichwein/Actionszenen der Weltliteratur: "Irmgard Keun verklagt die Gestapo", in: Die Welt/Die literarische Welt, 15. Mai 2021
  • Edith Dietzler-Isenberg: "'Fast ist es als übersetze sie das Leben in Literatur' – Eine Erinnerung an die Schriftstellerin Irmgard Keun", in: Thomas Morus Akademie Bensberg, 11. Mai 2021
  • Monika Melchert: "Trubel bei Tag und Nacht. Michael Bienerts großartiger Band zeigt das kunstseidene Berlin der Irmgard Keun", in: Lesart, 28. Jg. Nr. 1/April 2021
  • Heike Talkenberger: "Auf der Suche nach Ruhm in Berlin", in: damals, 4/2021
  • Klaus-Dieter Stefan: "Herausragend: Das kunstseidene Berlin", in: KIEZ.Magazin Berlin, 25. März 2021
  • Annett Gröschner: "Buchempfehlung 'Das kunstseidene Berlin'", in: Die Literaturagenten von radioeins, 28. Februar 2021 (ab Min. 29:55)
  • Theresa Hübner: "Gespräch. Michael Bienert – Das kunstseidene Berlin", in: SWR2, lesenswert, 28. Februar 2021
  • Anne Goebel: "Stil. Kurz gesichtet", in: Süddeutsche Zeitung, 20./21. Februar 2021
  • Rosemarie Tuchelt: "Das kunstseidene Berlin", in: hr2 Kultur, Sendung "Am Nachmittag", 20. Januar 2021
  • Hella Kaiser: "Kunstseiden mit feurigen Blumen", in: Der Tagesspiegel, Berlinalien, 14. Januar 2021
  • Erhard Schütz/Sachlich richtig: "Das ist eigentlich gar keine Stadt. Mehr ein Land mit Provinzen", in: Der Freitag, 14.1.2021
  • Matthias Weichelt: "Macht es Ihnen eine Störung?", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Januar 2021
  • Wilhelm von Sternburg: "Steppdecke mit feurigen Blumen. Zum Berlin von Irmgard Keun", in: Frankfurter Rundschau, 17. Dezember 2020
  • Klaus Hammer: "Zwischen Schein und Sein, Traum und kunstseidener Wirklichkeit", auf: Literaturkritik.de, 17. Dezember 2020
  • Ronald Schneider: "Das kunstseidene Berlin", in: ekz.bibliotheksservice, 7. Dezember 2020
  • Monika Melchert: "Im Trubel der kunstseidenen Stadt. Auf den Spuren von Irmgard Keun", in: neues deutschland, sinnvoll schenken, 5. Dezember 2020
  • Shelly Kupferberg: "Gespräch mit Michael Bienert. Das kunstseidene Berlin", in: Deutschlandfunk Kultur, Lesart, 28. November 2020
  • Berlin zwischen zwei Buchdeckeln: "Irmgard Keuns literarische Schauplätze", in: mein/4, Dezember 2020
  • Wolfgang Brauer: "Irmgard Keuns Berlin", in: Das Blättchen, 23. Jg. Nr. 24, 23. November 2020
  • Barbara Weitzel: "Hören und Sehen. Endlich eine Frau", in: Welt am Sonntag, 22. November 2020
  • Marc Lippuner: "Irmgard Keun. Die kunstseidene Berlinerin", in: Die Kulturfritzen, 22. November 2020
  • Bernadette Conrad: "Literarische Berlin-Begegnung", in: Die Weltwoche, 88. Jg. Nr. 47, 19. November 2020
  • Harald Asel: "Das kunstseidene Berlin", in: rbb Inforadio, 14. November 2020
  • Bernadette Conrad: "Berlin literarisch. Michael Bienert bietet Führungen und schreibt Bücher - das jüngste über Irmgard Keun. Wir laufen mit ihm die Wege ab", in: Berliner Zeitung, 11. November 2020
  • Utta Raifer: "Die neue Frau", in: Berliner Morgenpost, Berliner Illustrirte Zeitung, 8. November 2020
  • WUB 2020. Die Woche der unabhängigen Buchhandlungen: "Dem Glanz auf der Spur - ein literarischer Stadtspaziergang", auf: LITAFFIN.de, 8. November 2020


Alle Titel aus der Reihe Literarische Schauplätze von Michael Bienert

Kästners Berlin

Literarische Schauplätze

Wo verstecken sich Emil und die Detektive? Wo besucht Pünktchen ihren Freund Anton? Und wo geht Fabian mit einer Angestellten aus dem Wedding ins Bett? Erich Kästner hatte ganz konkrete Orte vor Augen, als er seine berühmten Berlin-Romane schrieb oder über die Berlin-Touristen reimte: „Sie stehen verstört am Potsdamer Platz/Und finden Berlin zu laut …“ Kästner ließ sich bei der Wahl der Roman-Schauplätze von der Nachbarschaft seiner Wohnung und der Schreiborte in den Cafés inspirieren, andere kannte er aus seiner Arbeit als Journalist und Theaterkritiker.Kästners Berlin führt entlang von rund 180 Fotos, Postkarten und Plänen, die zumeist noch nie mit Kästner in Verbindung gebracht wurden, mitten hinein ins quirlige Berlin des Autors und seiner Figuren. „Wer sich so auf die Spur begibt, trifft sicher irgendwo auf einen jungen Mann mit quietschgrüner Baskenmütze und kunstvoll drapiertem Kaschmirschal, wie er einer Gruppe lauschender Leute von Kästner in Berlin erzählt. Es ist Michael Bienert, Buchverfasser und Stadterklärer“, berichtete die Berliner Zeitung schon vor fünfzehn Jahren. Mit Kästners Berlin nimmt der Autor zahlreicher Berlin-Bücher seine Leser mit auf eine spannende Entdeckungsreise in die Literatur- und Kulturgeschichte der Zwanziger- und Dreißigerjahre.

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E.T.A. Hoffmanns Berlin

Literarische Schauplätze

Die zweite Auflage E.T.A. Hoffmanns Berlin. Literarische Schauplätze erscheint zum 1. November. Bis dahin sind letzte Exemplare der vom Autor signierten ersten Auflage über den Verlag erhältlich.Berüchtigt für sein exzessives Nachtleben, gefeiert als Schriftsteller und Opernkomponist, respektiert als streitbarer Jurist am Kammergericht: Die schillernde Persönlichkeit E.T.A. Hoffmanns gehörte um 1820 zu den Hauptsehenswürdigkeiten der preußischen Hauptstadt. Hellwach hat er das Treiben auf den Straßen, in den Salons und Kneipen, im Tiergarten oder vor seiner Haustür auf dem Gendarmenmarkt beobachtet: „Das lebendige Leben der großen Stadt, der Residenz wirkt doch nun einmal wunderbar auf das Gemüt.“ In Hoffmanns Berliner Erzählungen nimmt das Doppelbödige, Unheimliche und Fantastische des modernen Großstadtalltags Gestalt an, erstmals wird Berlin zum Schauplatz von Weltliteratur. So virtuos wie zuletzt durch Erich Kästners Berlin führt der Kulturjournalist und Cicerone Michael Bienert in seinem neuen Buch durch die aufregenden Zwanzigerjahre des 19. Jahrhunderts. Das romantische Berlin wird als quirlige Literatur- und Kunstmetropole vorgestellt. 200 Jahre später ist von Hoffmanns Berlin überraschend viel auffindbar, ist der gern gelesene Klassiker im Gedächtnis der Stadt lebendig geblieben – vom Etikett der Sektmarke „Lutter & Wegner“ bis hin zur modernen Architektur des Jüdischen Museums von Daniel Libeskind, die er mit inspiriert hat.

25,00 €*
Döblins Berlin

Literarische Schauplätze

Berlin sei Benzin, schrieb Alfred Döblin, und der „Mutterboden aller meiner Gedanken.“ Von der Gründerzeit bis zur Vertreibung durch die Nazis war der Schriftsteller und Nervenarzt rund 40 Jahre lang Augenzeuge des Aufstiegs Berlins zur Metropole, hat das Stadtleben reflektiert, scharfzüngig kommentiert und schreibend mitgestaltet. Der Streifzug durch Döblins Werke und seine Stadt führt zum Alexanderplatz, ins Scheunenviertel, ins Berliner Rathaus, in Krankenhäuser und ins Gefängnis, bis hinter die Vogesen und ins Berlin des 26. Jahrhunderts. Die Schauplätze des Romans Berlin Alexanderplatz bilden den roten Faden, denn seit 25 Jahren leitet Michael Bienert literarische Stadtspaziergänge auf den Spuren des Romanhelden Franz Biberkopf.Der Film zum Buch 

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Brechts Berlin

Literarische Schauplätze

Für Bertolt Brecht war Berlin die „Stadt, die klug macht“. Seit 1920 versuchte er im Literatur- und Theaterbetrieb der Metropole Fuß zu fassen. Nach etlichen Rückschlägen wurde er hier zum Starautor, der sich unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise politisch radikalisierte. Vor den Nationalsozialisten geflohen, schrieb Brecht im Exil poetische Satiren auf das braune Berlin. Als „Schutthaufen bei Potsdam“ erlebte er die Stadt nach seiner Rückkehr im Oktober 1948. Brecht hat sich intensiv am Wiederaufbau des Kulturlebens in Ost-Berlin beteiligt und gemeinsam mit Helene Weigel das Berliner Ensemble zu Weltruhm geführt. Begraben liegt er neben vielen Weggefährten auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, unweit seiner letzten Wohnung in der Chausseestraße 125. Dort ist heute ein Museum, es gibt sein Archiv, das Denkmal und Brecht-Verse an Häusern der ehemaligen Stalinallee. Kein Dichter hat so sichtbare Spuren in Berlin hinterlassen, dennoch sind die meisten Brecht-Orte und Berlin-Bezüge wenig bekannt. Als Stadtführer und Literaturdetektiv ist der Autor Michael Bienert seit 1990 in Brechts Berlin unterwegs. In der Reihe Literarische Schauplätze legt er nun einen reich illustrierten Band vor, der den ganzen Facettenreichtum des Themas vor Augen führt.  Der Film zum Buch! Eine Videoproduktion von Leon Buchholz

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Das romantische Berlin

Literarische Schauplätze

Eine junge Generation stellte um 1800 in Berlin alle überkommenen Traditionen infrage. „Die Welt muss romantisiert werden“, lautete die Parole der radikalen Avantgarde. Die junge Großstadt wurde zum Experimentallabor für eine neue Poesie und eine Vermischung von Kunst und Leben, für entfesselte Sexualität und die Befreiung aus einer zu engen Vernunft. Männer- und Frauenrollen kamen auf den Prüfstand und wurden neu ausbalanciert. Im sechsten Band der Buchreihe Literarische Schauplätze wandert ein Stadtführer mit Siebenmeilenstiefeln durch das heutige Berlin. Er sucht nach sichtbaren Spuren der Romantik und fragt: Was hat es mit dem Kleisthaus und der Eichendorffgasse, mit dem Dorothea-Schlegel-Platz oder dem Humboldt Forum auf sich? Wo waren die Treffpunkte romantischer Netzwerke? Welche Orte inspirierten vor 200 Jahren zu verträumten oder frechen Texten über Berlin? Auf dem romantisierenden Streifzug kommen viele Stimmen zu Wort: Bettine von Arnim und Rahel Varnhagen, Goethe und Schiller, Heine und Tieck, Kleist und Eichendorff, auch Durchreisende wie Napoleon, Stendhal und Germaine de Staël.

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Man lebt von einem Tag zum andern

Briefe 1935–1948

„Ich bin rein arisch, mein Stammbaum nimmt gar kein Ende. Es kotzt mich an, sowas sagen und schreiben zu müssen.“ (Irmgard Keun an Franz Hammer, 1935) Im Sommer 1935 erhält die Schriftstellerin Irmgard Keun (1905–1982), deren Romane von den Nationalsozialisten verboten worden sind, Post von einem unbekannten Kollegen. Franz Hammer (1908–1985) ist nach der Machtübernahme Hitlers verhaftet und anschließend zu Zwangsarbeit verpflichtet worden. Dennoch hat er – wie Irmgard Keun – das Schreiben nicht aufgegeben. Zwischen beiden entsteht rasch eine warmherzige Brieffreundschaft, die auch nicht abreißt, als sie sich entschließt, ins Exil zu gehen. Da Irmgard Keun kein Archiv hinterlassen und biografische Spuren verwischt hat, besitzt der Fund von zwanzig Briefen und Gegenbriefen im Literaturarchiv der Akademie der Künste, Berlin besonderes Gewicht. Die Autorin schildert, wie sie ihre illegale Publikationstätigkeit im „Dritten Reich“ organisiert und wie sie vergeblich versucht, zur Reichsschrifttumskammer zugelassen zu werden. Nach ihrer Flucht aus Deutschland berichtet Keun über die prekäre Existenz als Exilschriftstellerin. Weitere kürzlich aufgefundene Briefe, unter anderem an ihren Ehemann Johannes Tralow (1882–1968), stammen aus der Zeit von Keuns Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1940. In ständiger Gefahr, ins Konzentrationslager zu kommen, schlägt sie sich bis Kriegsende durch. In den Trümmern ihres Elternhauses beginnt sie, wieder für den Rundfunk zu schreiben. Auf die Spuren Irmgard Keuns in Berlin begibt sich Autor und Herausgeber Michael Bienert im vbb-Titel Das kunstseidene Berlin. Irmgard Keuns literarische Schauplätze (2020).

24,00 €*